Landschaftsschutzgebiete (LSG)
Nachfolgend finden Sie die Landschaftsschutzgebiete (LSG) in alphabetischer Reihenfolge.
Die Änderungsverordnungen zu den Landschaftsschutzgebietsverordnungen sind bei den Bekanntmachungen zu finden.
LSG 145 Am Randow Bruch
Lage:
Nördlich von Rothenklempenow bis Glashütte und von den Borkener Wiesen (nördlich vom Weidehof) im Westen bis zur polnischen Grenze im Osten
Größe:
4.200 ha
Unterschutzstellung:
01.04.2011
Schutzzweck:
Erhaltung, Pflege und Entwicklung der naturnahen Landschaftsstrukturen als Lebensraum bedrohter Pflanzenarten sowie von Greifvögeln, Höhlenbrütern, Großvögeln und Limikolen
Beschreibung:
Große Teile der Landschaft wurden in der Kolonialzeit vor 250 Jahren und den damit verbundenen Siedlungs- und Produktionsabläufen gestaltet. Ökologisch besonders wertvolle Biotope wie Feuchtwiesen, Moore sowie Altholzinseln, Altbäume und Offenlandbereiche gehören zu den historisch gewachsenen Landschaftsstrukturen des LSG. Mit dem Latzigsee am Rande der Randowniederung sowie dem Thursee südlich der Gottesheide befinden sich zwei Seen im LSG. Stark gefährdete Pflanzenarten wie Sumpf-Sitter (RL 2), Sumpf-Knabenkraut (RL 1), Steifblättriges Knabenkraut (RL 2), Sumpf-Enzian (RL 1) und Teufelsabbiss (RL 2) sowie das Vorkommen seltener Vogelarten, wie Kranich, Schreiadler (RL 1), Seeadler, Großer Brachvogel (RL 1), Mittelspecht, Hohltaube und Blaukehlchen, unterstreichen die herausragende Bedeutung dieser Landschaft.
Öffentliche Nutzung:
Von Boock führt ein Radweg über die Straße Löcknitz – Glashütte und zurück über Pampow und Mewegen durch das Gebiet. An der Nordostspitze des Latzigsees befindet sich eine Beobachtungskanzel. Von Pampow aus ist der Thursee erschlossen.
LSG 30b Brohmer Berge/ Rosenthaler Staffel
Lage:
Westlich von Jatznick bis Brohm sowie nördlich von Rosenthal bis zum Galenbecker See.
Größe:
11.300 ha
Unterschutzstellung:
1962, Erweiterung 30.10.1990
Schutzzweck:
Erhaltung und Entwicklung naturnaher Lebensräume in einem Biotopverbund und Erhaltung des hohen Erholungswertes dieser Landschaft.
Beschreibung:
Zum Schutzgebiet gehören Reste naturnaher, blockbestreuter Weideflächen und regenerierbarer Niedermoorwiesen im Umland des Galenbecker Sees, nährstoffarme Kiefernwälder mit botanischen Besonderheiten, Reste naturnaher Buchenwälder in den Brohmer Bergen sowie Kleinstlebensräume wie Hecken, Trockenrasenflächen, Kuppen und Kleingewässer.
Öffentliche Nutzung:
Von der Straße Strasburg– Rothemühl führt ein Wanderweg über eine Kuppe durch Laubmischwälder zum Schmiedegrundsee, an dem sich eine Badestelle befindet.
LSG 142 Greifswalder Bodden
Lage:
Gesamte Wasserfläche des Greifswalder Boddens von Südost-Rügen entlang der Küste über die Insel Riems bis zur Greifswalder Oie im Osten.
Größe:
56.522 ha
Unterschutzstellung:
10.12.2008
Schutzzweck:
Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume und sonstigen Bedingungen für die in dem Gebiet in besonders bedeutsamen Konzentrationen vorkommenden Vogelarten; Erhaltung und Verbesserung des natürlichen Wasserkörpers des Boddens und einer natürlichen standorttypischen Unterwasservegetation und -fauna als Nahrungsgrundlage zahlreicher Vogelarten; Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Küsten-, Gewässer und Sedimentdynamik; Erhaltung ruhiger und unzerschnittener, störungsarmer sowie von Bebauung frei gehaltener Vogellebensräume.
Beschreibung:
Der Greifswalder Bodden ist mit einer Tiefe von bis zu 13 m das markanteste vorpommersche Boddengewässer. Charakteristisch für das Gebiet ist eine stark gegliederte Boddenküste mit den tief in das Umland greifenden Wieken und den zahlreichen Halbinseln. Der Wechsel von Steil- und Flachküsten schafft in Verbindung mit vielen Strandseen ein unvergleichliches Landschaftspanorama. Das Gebiet ist Rast- und Schlafplatz sowie Brut-, Überwinterungs- und Nahrungsgebiet zahlreicher gefährdeter Vogelarten.
Öffentliche Nutzung:
Das Gebiet kann wasserseitig vom Boot aus sowie landseitig entlang zahlreicher Strandabschnitte zu Fuß erlebt werden. Auf Initiative des WWF („World Wide Fund For Nature“) haben sich Segler, Angler, Kanuten, Ruderer, das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern und der WWF auf gemeinsame Richtlinien zum Naturschutz in den Boddengewässern geeinigt, die in einer freiwilligen Vereinbarung geregelt sind.
LSG 34 Haffküste
Lage:
Das LSG umfaßt zwei Teilgebiete an der Haffküste und in der nördlichen Ueckermünder Heide. Ein Bereich liegt zwischen Leopoldshagen und Ueckermünde und ein Gebiet erstreckt sich östlich von Ueckermünde bis zur polnischen Grenze sowie südlich bis Glashütte.
Größe:
258.430 ha
Unterschutzstellung:
15.04.1962, Erweiterung 23.04.1993, Änderung 30.11.2011
Schutzzweck:
Schutz und Erhalt charakteristischer Landschaftsformen, die in enger ökologischer und geomorphologischer Beziehung zueinander stehen.
Beschreibung:
Das Landschaftsschutzgebiet umfasst naturnahe Uferbereiche des Stettiner Haffs mit Überflutungseinfluss und Brackwasserröhrichten sowie zum größten Teil entwässerten Feuchtgrünlandflächen, küstennahe Binnendünen, Teile von Durchströmungsmooren der Flusstäler von Uecker und Zarow, Kesselmoore, Bruchwälder und Kiefernforste sowie naturnahe Kiefernwälder.
Öffentliche Nutzung:
Am Haff befinden sich attraktive Seglerhäfen, wie in Mönkebude oder Ueckermünde. In Eggesin ist ein Wasserwanderrastplatz eingerichtet. Über das Wegesystem ist das Gebiet gut erschlossen und begehbar.
LSG 82 Insel Usedom und Festlandgürtel
Lage:
Insel Usedom und angrenzender Festlandgürtel am Peenestrom zwischen Klotzow und Spandowerhagen.
Größe:
36.626 ha
Unterschutzstellung:
19.01.1996, mehrere Verches
Schutzzweck:
Erhaltung der hohen Qualität der Kulturlandschaft mit vielfältig ausgeprägten Küsten, reizvollen Ausblicken, naturnahen Wäldern und strukturreichen Offenlandbereichen; Bewahrung von charakteristischen Küstenbiotopen; Erhaltung, Pflege und Entwicklung von Gewässer-, Moor- und anderen Feuchtlebensräumen sowie von Trocken- und Magerrasenstandorten; Verbesserung der Wasserrückhaltung im Boden; Erhaltung der Funktionen der Küstengewässer als herausragende Vogelzugleitlinie.
Beschreibung:
Das abwechslungsreiche Relief des Gebietes ist durch eiszeitliche Formationen und holozäne Ausgleichsprozesse geprägt. Für Nordusedom sind großflächig vermoorte Meersandniederungen, Dünen und Hakenbildungen charakteristisch. An der 38 km langen, weitgehend ausgeglichenen Außenküste Usedoms gibt es markante Endmoränenbildungen, zwischen denen vermoorte Niederungen liegen. Das Thurbruchbecken mit seinen Seen und dem ausge-dehnten Niedermoor im Südosten der Insel ist von markanten Höhenzügen umgeben. Die Innenküste mit Peenestrom, Achterwasser und Krumminer Wiek ist stark gegliedert. Die Festlandbereiche sind durch eiszeitliche Hochflächen, darin eingeschnittene Niederungen und vorgelagerte Vermoorungen gekennzeichnet.
Öffentliche Nutzung:
Das LSG wird auf vielfältige Weise als Erholungsgebiet genutzt. Auf zahlreichen Rad- und Wanderwegen kann die Insel Usedom mit ihrer reichhaltigen Biotopausstattung erkundet werden.
LSG 90 Landgrabental
Lage:
An der Südwestgrenze des Landkreises zwischen Löwitz und Neuendorf B.
Größe:
4.051 ha
Unterschutzstellung:
22.10.1993, Neuverkündung am 19.01.1996
Schutzzweck:
Erhaltung der landschaftlichen Schönheit und Eigenart des Landgrabentals mit seinen langgestreckten Niederungsflächen, ausgedehnten Waldungen und exponierten Hang-kanten, markanten Hängen, Anhöhen und Hangsätteln; Sicherung und Entwicklung der Strukturvielfalt insbesondere von Quellbereichen und Trockenstandorten an den Talhängen; Revitalisierung des Talmoores.
Beschreibung:
Das Landgrabental ist Bestandteil des Mecklenburgisch-Vorpommerschen Grenztals, der bedeutendsten geomorphologischen Leitlinie des nordostdeutschen Flachlandes. Die Höhenzüge an den Talrändern im westlichen Teil erheben sich bis ca. 50 m über die Talsohle. Im östlichen Teil erstreckt sich um den Putzarer See eine große Niederung, die von flachen Mergelplatten begleitet wird. Die Torfmächtigkeiten des Talmoores betragen bis zu 7 Meter. Nach umfassender Begradigung des Landgrabens zwischen 1910 und 1990 wurde seine Fließlänge von ursprünglich 29,5 km auf 19 km verkürzt.
Entwässerungsmaßnahmen auf Niedermoorstandorten haben zu Torfmineralisierung und Moorsackung geführt. Weil der Grundwasserzustrom insbesondere im nördlichen und westlichen Bereich hoch ist, was an zahlreichen Quellen und Hangquellmooren sichtbar wird, kann durch Rückbau von Entwässerungseinrichtungen eine Verbesserung des Bodenwasserhaushaltes ermöglicht werden. Im Talmoor zwischen Rebelow und Zinzow wurden die standorttypischen hohen Grundwasserstände im Rahmen einer komplexen Kompensationsmaßnahme der DEGES seit 2007 wiederhergestellt.
Öffentliche Nutzung:
Es gibt einige Rad- und Fußwanderwege, z. B. bei Zinzow, Rebelow und Janow, die zum Landgrabental führen.
LSG 108 Lesesteinwälle bei Sanitz
Lage:
LSG 108 Lesesteinwälle bei Sanitz.
Größe:
21 ha
Unterschutzstellung:
Beschluss vom 25.05.1978 zur Ausweisung als Flächennaturdenkmal, Verordnung vom 19.01.1996 über das Landschaftsschutzgebiet
Schutzzweck:
Erhaltung der Lesesteinwälle als Lebensraum insbesondere für Farne, Moose und Flechten sowie als landschaftsprägende Flurabgrenzung; Erhaltung des wertvollen Strauch- und Baumbestandes und des angrenzenden Dauergrünlandes.
Beschreibung:
Die Lesesteinwälle bestehen aus mehreren, 100 bis 200 m langen und durchschnittlich 0,80 bis 1,10 m hohen und an der Basis ca. 1,30 m breiten Abschnitten. Sie sind nach der Gründung des Kolonistendorfes Sanitz, die im Jahr 1764 erfolgte, entstanden und stellen ein besonderes kulturhistorisches Erbe und eine der wertvollsten Flurabgrenzungen dieser Art im Landkreis Vorpommern-Greifswald dar.
Öffentliche Nutzung:
Ein Feldweg vom südwestlichen Rand des Dorfes Alt Sanitz führt in das Gebiet.
LSG 40 Löcknitzer See
Lage:
Teile der Gemarkungen Löcknitz und Ramin südöstlich von Löcknitz zwischen Randow und Retziner Straße.
Größe:
320 ha
Unterschutzstellung:
Juni 1962, Festsetzung 06.03.2001, Änderung 12.09.2011
Schutzzweck:
Erhaltung und Entwicklung einer naturnahen Landschaft mit den Löcknitzer Seen und dem slawischen Burgwall am Leichensee zur Sicherung der Erholungsfunktion.
Beschreibung:
Die Landschaft um Löcknitz ist durch abwechslungsreiche Naturteile und eine damit verbundene reiche Tier- und Pflanzenwelt geprägt. Das Gebiet spielt daher eine große Rolle bei der Tourismusförderung.
Innerhalb des LSG befinden sich der Löcknitzer See mit ausgedehnten Verlandungszonen und einer kleinen Insel, der Kleine Löcknitzer See mit ausgeprägten Wasserpflanzengesellschaften und einer Fläche von 3,7 ha, der Retziner Burgwall und der dem Burgwall vorgelagerte Leichensee mit 2,6 ha.
Der Löcknitzer See befindet sich mit einer Fläche von 44 ha und einer Tiefe von max. 11 m im Zentrum des LSG. Erlen-Eschen-Bruchwälder säumen den See im Süd- und Südostbereich. Das Waldgebiet zwischen Löcknitzer See und Leichen see ist vor allem mit Kiefern- und Kiefern-Eichenmisch wäldern bestockt, im Bereich des Slawischen Burgwalls auch mit Buchenmischwald. Weiterhin prägen die Randow, die bis 1972 den See durchströmte und dann verlegt wurde, sowie Wiesen das Gebiet. Im Jahr 2001 wurden mehrere Flurstücke im Bereich der Ortslage Löcknitz ganz oder teilweise aus dem LSG ausgeklammert und dafür wertvolle Flurstücke im Südteil dazugenommen, darunter ein Trockenstandort mit Federgras.
Bestandteil des LSG ist das Naturdenkmal "Tausendjährige Eiche" am Nordufer des Löcknitzer Sees. Von den hier vorkommenden Tierarten sind besonders Fischotter (RL 2) und Biber (RL 3) sowie Kranich, Graugans, Eisvogel (RL 3), Nachtigall und Sprosser zu nennen.
Öffentliche Nutzung:
Bedingt durch die gute Anbindung an das Straßen- und Schienennetz wurde der Löcknitzer See bereits im Jahr 1915 Erholungszentrum der Stettiner und Pasewalker Bevölkerung. Badestelle und Campingplatz sowie ein Wanderweg rund um den Löcknitzer See dokumentieren den touristischen Charakter.
LSG 146 Naturwald Busdorf
Lage:
Südliche und südwestliche Bereiche des Weitenhägener Waldes bei Busdorf und Neu Dargelin.
Größe:
173 ha
Unterschutzstellung:
16.08.2011
Schutzzweck:
Gewährleistung einer natürlichen, eigendynamischen Entwicklung des Waldökosystems ohne wirtschaftsbestimmte Nutzung (Naturwaldentwicklung); Sicherung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes durch den Schutz und die Entwicklung insbesondere der Lebensräume der Wert bestimmenden Vogelarten (Schreiadler (RL 1), Mittelspecht, Schwarzspecht, Zwergschnäpper, Kranich, Schwarzmilan (RL V), Rotmilan und Wes penbussard (RL V). Dazu gehören Schutz, Erhalt und Schaffung beruhigter Bruträume (insbesondere von Horst- und Höhlenbäumen) sowie von Nahrungs- und Ruheräumen durch Förderung des Alt- und Totholzanteils als wichtigem Bestandteil des Lebensraumes.
Beschreibung:
Das LSG "Naturwald Busdorf" stellt einen Komplex aus überwiegend Erlen- und Erlen-Eschen-Wäldern auf grundwasser- und stauwassergeprägten Standorten dar. Das Gebiet ist Lebensraum zahlreicher gefährdeter Vogelarten.
Öffentliche Nutzung:
Es führen mehrere Waldwege von Potthagen aus nach Busdorf und in Richtung Grubenhagen.
LSG 42 Pasewalker Kirchenforst
Lage:
Am südöstlichen Rand der Stadt Pasewalk.
Größe:
790 ha
Unterschutzstellung:
15.04.1962, in Kraft ab 01.10.1963
Schutzzweck:
Erhaltung des Waldgebietes als Erholungsstätte der Bevölkerung und als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten.
Beschreibung:
Das ehemals stadteigene Gebiet wurde 1948 als freie Fläche, die von Sanddünen und trockenen Hügeln durchsetzt war, von der Kirchengemeinde erworben. Dort wurde bald darauf mit Kiefernansaat ein Wald begründet. Baumbestand gab es bis dahin nur in Bereichen des Papenbaches in Form von Bruchwäldern. Heute besteht der Kirchenforst vor allem aus Kiefern verschiedenen Alters. Im Ostteil, vor allem in der Nähe des Papenbaches, stocken auch Rot-Buchen und Stiel-Eichen in kleineren Beständen. Einst wasserführende Senken sind trocken gefallen.
Der Waldkomplex wird durch die Straße von Pasewalk nach Bröllin fast diagonal geteilt. Entlang dieser Straße führte bis 1963 eine Kleinbahnlinie, von der noch der Bahndamm erhalten ist.
Im Nordwestteil wurde ein größerer Bereich ca. 100 Jahre lang als Truppenübungsplatz genutzt. Mit der Auflösung des Militärstandortes im Jahr 1990 endete die militärische Nutzung. Dies hat zur Folge, dass ausgedehnte Trockenstandorte mit seltenen Pflanzenarten, die durch die militärische Nutzung offen gehalten worden waren, verstärkt verbuschen. Wertvolle Lebensräume befinden sich in den sogenannten „Hellen“ unter der Hochspannungstrasse, mit Heidekrautkomplexen, Flechten- und Sand-Trockenrasen, die auch mehreren Heuschreckenarten Lebensraum bieten, wie Heidegrashüpfer (RL 3), Gefleckter Keulenschrecke und Blauflügeliger Ödlandschrecke (RL 2).
Öffentliche Nutzung:
Das LSG wird intensiv als Erholungsgebiet genutzt. Es ist über viele Radwege gut erschlossen. Ausgeschilderte Reitwege durchqueren den Westteil. Zwei ausgeschilderte Wanderwege führen über 6 bzw. 9 km durch den Westteil des Forstes.
LSG 91 Radewitzer Heide
Lage:
Nördlich der Autobahn A 11 und der Ortslage Radewitz zwischen Randow und dem Sommerweg Radewitz-Wollin.
Größe:
610 ha
Unterschutzstellung:
27.11.1991
Schutzzweck:
Schutz und Erhaltung der Landschaft und der Lebensräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten; Erhaltung des Erholungszweckes der Landschaft; Erhaltung der Landschaft durch die jahrhundertelange Nutzungsform als Schafweide.
Beschreibung:
Die stark wellige Grundmoränenlandschaft am Rande des Randowtales zeichnet sich durch ein vielfältiges Strukturgefüge aus, das es zu erhalten gilt. Am östlichen Rand erstreckt sich eine Streuobstwiese mit einer Bachaue und Trockenhängen. In Hanglage schließt sich eine Hartholzzone an, die vor allem von Hainbuchen-Stieleichengesellschaften mit einer einzigartigen Formenvielfalt geprägt ist. Auf den Wiesen und Trockenrasenflächen haben u. a. Braunkehlchen und Grauammer, in den Schlehengebüschen Sperbergrasmücke und Neuntöter, im Waldbereich Grauschnäpper und Zwergschnäpper und im Bruchwald Sprosser und Dorngrasmücke ihre Brutreviere. Die kontinental geprägte Vegetation ist mit Sibirischer Glockenblume (RL 1), Helmknabenkraut (RL 1), Steppen-Lieschgras (RL 3), Kreuzblümchen (RL 1) und Fieder-Zwenke vertreten.
Öffentliche Nutzung:
Über die vorhandenen Wege kann das Gebiet gut bewandert werden.
LSG 109 Rossiner Wiese
Lage:
Am südwestlichen Ortsrand von Rossin.
Größe:
13 ha
Unterschutzstellung:
19.01.1996
Schutzzweck:
Erhaltung der bestehenden Arten- und Strukturvielfalt des Gebietes mit Grasland und Gehölzbeständen und Erhaltung der Vielfalt und Eigenart des Landschaftsbildes; Erhaltung und Entwicklung der Feuchtwiesen und Magerrasen durch extensive Nutzung.
Beschreibung:
Das Gebiet ist durch Niederungsbereiche, Gehölzgruppen und Magerrasenstandorte reich strukturiert und wird durch eine kulturhistorisch wertvolle und landschaftsprägende Feldsteinmauer abgegrenzt.
Öffentliche Nutzung:
Ein Feldweg vom Westrand des Dorfes Rossin führt ins Gebiet.
LSG 74 Tollensetal
Lage:
Tollensetal mit angrenzenden Grundmoränenplatten zwischen Kessin, über Klempenow, Alt Tellin bis Roidin, der weitaus überwiegende Teil des LSG liegt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Größe:
3.100 ha
Unterschutzstellung:
29.09.1995
Schutzzweck:
Bewahrung eines weitgehend gering zersiedelten Gebietes vor einer willkürlichen und landschaftsfremden Bebauung sowie Bewahrung kulturell wertvoller Bauwerke und frühgeschichtlicher Bodendenkmale als Elemente der Landschaft und als touristisches Potenzial.
Sicherung und Entwicklung der vielfältigen natürlichen Landschaftselemente in ihrer Gesamtheit und mit allen Bestandteilen und Erscheinungsformen, wie z.B. Einzelbäumen, Hecken, Gehölzgruppen, Wäldern, Mooren, Ufersäumen, Söllen, Bächen und Quellen in ihrer vernetzten Struktur.
Erhaltung der Lebensräume der freilebenden Tiere und Pflanzen; Entwicklung und Erhaltung von Uferröhrichten, Feuchtgebieten und Bachtälern, von Wäldern, Mooren, Söllen und von extensiv genutzten Wiesen und Weiden der Tollenseniederung sowie der Trockenrasen auf Kuppen und Hängen des Tollensetals als Orte vielfältiger und wertvoller Biotopstrukturen wegen ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und als Lebensstätte für zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
Beschreibung:
Das grenzübergreifende LSG "Tollensetal" entstand wie die anderen Flusstalmoore Vorpommerns am Ende der letzten Vereisung der Weichseleiszeit vor mehr als 10.000 Jahren und wurde durch die abtauenden Wassermassen der Gletscher ausgeformt. Typisch für das Gebiet ist eine enge Verzahnung unterschiedlicher Moortypen und Biotope.
Neben Quellmooren an den Talrändern wird die eigentliche Niederung von großen Durchströmungsmooren durchzogen, die im naturnahen Zustand nur am Flusslauf periodisch überflutet wurden. Die Talhänge und anschließenden Grundmoränenplatten sind durch ein sehr bewegtes Relief geprägt und vielerorts mit wertvollen Trockenrasenbiotopen ausgestattet.
Öffentliche Nutzung:
Die Tollenseniederung ist durch mehrere Wanderwege erschlossen. Die Tollense kann auch mit einem Kanu oder Kajak erkundet werden.
LSG 67a Unteres Peenetal und Peene-Haff
Lage:
Peenetal, Peene-Haff-Moor und angrenzende Räume zwischen Kagenow, Anklam, Lentschow und Bugewitz.
Größe:
15.726 ha
Unterschutzstellung:
27.05.1994, Neuverkündung am 19.01.1996
Schutzzweck:
Erhaltung der landschaftlichen Schönheit und Eigenart von Peenetal und Peene-Haff und der angrenzenden flachen bis flachwelligen Ebene mit ihrem natürlichen Relief und ihren vielfältigen eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Oberflächenformen. Dies betrifft auch die Zuflüsse der Peene und mehrere Seen. Wiederherstellung und Entwicklung der ökologischen Funktionsfähigkeit des Niedermoores; Sicherung von Feuchtlebensräumen, insbesondere für brütende, durchziehende, rastende und überwinternde Vogelarten; nachhaltige umwelt- und naturschutzgerechte land- und forstwirtschaftliche Nutzung des Gebietes.
Beschreibung:
Der Moorkomplex des Peenetals ist mit seinem hohen Anteil naturnaher Moorstandorte in Mitteleuropa einzigartig. Westlich der Stadt Anklam hat die ehemalige eiszeitliche Schmelzwasserabflussbahn der Peene ein ausgeprägtes Flusstal mit markanten Hängen gebildet. Östlich davon erstreckt sich die weiträumige Niederung des Peene-Haff-Moores.
Das hydrologische System der Peene ist durch ein Gefälle von nur 0,2 Meter auf 104 Fließkilometern, durch Gefälleumkehr bei Anstieg des Wasserspiegels im Haff, durch Brackwassereinfluss sowie durch regelmäßige Überflutung großer Gebiete gekennzeichnet.
Von besonderer Flächenausdehnung und Bedeutung sind Röhrichte, Feuchtwiesen, Seggenriede, Trocken- und Magerrasen. Auch die Bevorzugung als Zugrastgebiet durch Wasservögel und Limikolen macht das Peenetal zu einem "Feuchtgebiet nationaler Bedeutung".
Insbesondere landschaftsprägende Hohlformen, naturnahe Bachabschnitte, wertvolle Baumgruppen und Flurgehölze sowie teilweise gut ausgeprägte Waldrandzonen machen die hohe Strukturvielfalt der das Peenetal umgebenden Ebene aus. Die endmoränenartigen Bildungen der Velgaster Randlage der Weichselkaltzeit verursachen im Nordosten des Gebietes ein vielgestaltiges Relief und ein besonders schutzwürdiges Landschaftsbild.
Öffentliche Nutzung:
Im Gebiet sind mehrere Rad- und Wanderwege vorhanden, z. B. von Bugewitz über Anklam bis zur Insel Usedom. Auf der Bundeswasserstraße Peene sind Entdeckungstouren mit Booten oder Kajaks möglich.
Weiterführende Informationen zu Schutzgebieten in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.