Partnerschaft für Demokratie
Die Partnerschaft für Demokratie ist die zielgerichtete Zusammenarbeit aller vor Ort relevanten Akteur/-innen zur Umsetzung des Bundesprogramms »Demokratie leben!« bei uns im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Durch diese Partnerschaft werden zivilgesellschaftlich und demokratisch aktive Menschen und Organisationen gestärkt und vernetzt, die sich in ihrem kommunalen Umfeld für die Demokratie engagieren.
Im partnerschaftlichen Zusammenwirken, insbesondere von kommunaler Verwaltung und Zivilgesellschaft, wird eine lebendige und vielfältige Demokratie vor Ort sowie eine Kultur der Kooperation, des respektvollen Miteinanders, der gegenseitigen Anerkennung und Unterstützung gestärkt.
Für alle Fragen rund um die Partnerschaft für Demokratie steht Ihnen die Koordinierungs- und Fachstelle zur Verfügung.
Aktuelles
12.09.2025 – Kreispräventionstag und Demokratiekonferenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Altersangemessen und auf Augenhöhe haben wir über persönliche Erfahrungen mit Demokratie und demokratischen Werten gesprochen. Es ist nicht überraschend, dass viele Jugendliche außer den Wahlen zum Amt des Klassensprechers/der Klassensprecherin wenig Berührungspunkte mit der institutionellen Seite von Demokratie hatten. Demokratische Werte jedoch waren den Jugendlichen näher: Vielen war es wichtig, sich frei äußern zu können und auf Nachfrage, was es dafür braucht, kamen Antworten wie Offenheit für andere Meinungen, Respekt, die Bereitschaft, seine Meinung zu vertreten bzw. überhaupt erst mal eine Meinung zu entwickeln. Auch die Frage, warum Mitbestimmung wichtig ist, war greifbar, erleben die Jugendlichen sich doch in vielerlei Hinsicht nicht an Entscheidungsprozessen beteiligt und manchmal mit den Ergebnissen unzufrieden. Parallel zu den Gesprächen haben wir abgefragt, was den Jugendlichen bei uns im Landkreis fehlt. Der Einfachheit halber haben wir eine Vorauswahl getroffen anhand der aktuellen Diskussionen über Bedarfe von Jugendlichen im ländlichen Raum. Ein Punkt auf jedem Blatt stammt von uns, um die Methode zu verdeutlichen und die Schwelle für die Beteiligung noch niedriger zu machen. Das wurde bei der Auszählung berücksichtigt. Hier ist das Ergebnis:
1. Gutes WLAN im Dorf (inkl. Bus und Bahn)/bessere Netzabdeckung fürs Handy: 68 Stimmen
2. Mobilität/selbstständig überall hinkommen: 29 Stimmen
3. Mehr Freizeitangebote: 25 Stimmen
4. Hilfsangebote, wenn es einem nicht gut geht: 19 Stimmen
5. Berufliche Zukunftsperspektiven: 15 Stimmen
6. Beteiligung an politischen Entscheidungen: 12 Stimmen
Man kann in dieser – nicht repräsentativen – Umfrage erkennen, dass den teilnehmenden Jugendlichen ein Ausbau der Infrastruktur besonders wichtig ist. Politische Beteiligung scheint nur für wenige ein wichtiges Anliegen zu sein. Nun ist diese Verteilung nicht überraschend. Die Dinge, auf die Jugendliche im Alltag angewiesen sind, scheinen einfach eine unmittelbarere Bedeutung zu haben.
Bemerkenswert ist, dass sich immerhin 19 Jugendliche dazu entschieden haben, ihren Punkt bei den fehlenden Hilfsangeboten zu machen.
Insgesamt lief der erste öffentliche Auftritt unserer neu gegründeten Partnerschaft recht gut. Wir nehmen auf jeden Fall positive Erfahrungen mit, aber auch Dinge, die wir beim nächsten Mal besser machen können.
Zum Aufbau des Jugendforums sind wir aktuell noch auf der Suche nach jungen Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die sich in die Gestaltung des Jugendforums einbringen möchten. Interessierte können sich an die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft wenden. Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt „Jugendforum“.
Über uns
In ganz Deutschland werden Städte, Gemeinden und Landkreise dabei unterstützt, Handlungskonzepte zur Förderung von Demokratie und Vielfalt und gegen Extremismus zu entwickeln und umzusetzen. Wir sind eine von über 300 Partnerschaften für Demokratie in Deutschland. Diese sind Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Die Struktur unserer Partnerschaft wird durch das federführende Amt, die externe Koordinierungs- und Fachstelle, das Bündnis und ein Jugendforum gebildet.
Unsere Partnerschaft für Demokratie stärkt und vernetzt zivilgesellschaftlich aktive Menschen und Organisationen, die sich in ihrem kommunalen Umfeld für ein demokratisches Gemeinwesen und gegen lokal relevante Formen von Extremismus engagieren. Aus den Mitteln der Partnerschaft können Projekte gefördert werden, die den Projektzielen von „Demokratie leben!“ (s.u.) entsprechen. Die Bandbreite möglicher Projekte ist sehr groß:
- Theateraufführungen oder theaterpädagogische Workshops an Schulen
- Partizipative Bürgerdialoge
- Formate interkultureller Begegnung
- Filmvorführungen (oft mit anschließender Diskussion für alle Interessierten)
- Kultur- oder Kinderfeste
- Workshops oder Projekte in Jugendclubs
- Vorträge und Lesungen
- Gemeinsames Kochen, Gärtnern, Bauen o.ä. (für alle Altersgruppen)
- Begegnungsräume (z.B. für queere Jugendliche)
- Ausflüge und Exkursionen
- und vieles andere mehr…
Für alle Fragen rund um die Partnerschaft für Demokratie steht Ihnen die Koordinierungs- und Fachstelle zur Verfügung. Mehr Informationen zur Antragsstellung finden Sie weiter unten oder im Downloadbereich.
Programmziele
Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat drei übergeordnete Ziele:
Demokratie fördern – Vielfalt gestalten – Extremismus vorbeugen
Demokratie zu fördern heißt, demokratische Kultur zu fördern und die Bedeutung demokratischer Werte wieder erlebbar zu machen. Menschen, die sich für ein offenes, respektvolles und friedliches Zusammenleben einsetzen, müssen gestärkt werden und brauchen Unterstützung – bisweilen lediglich auch finanzielle Unterstützung zur Umsetzung eines Projekts, das beispielsweise den sozialen Zusammenhalt in ihrem Dorf fördert. Die Teilhabe an Entscheidungsprozessen erfordert einerseits Kompetenzen, die am besten in jungen Jahren erlernt werden. Kompetenzen wie Konflikt- bzw. Dialogfähigkeit, Toleranz oder schlicht die Fähigkeit, andere Meinungen respektieren oder zumindest aushalten zu können, ohne gleich die Person hinter dieser Meinung abzulehnen oder verbal anzugreifen. Andererseits gilt es, viele logistische Hürden für eine gleichberechtigte Teilhabe an politischen Prozessen abzubauen – gerade im ländlichen Raum. Demokratie zu fördern heißt also auch, den Zugang zu Partizipationsmöglichkeiten und das Erleben der eigenen Selbstwirksamkeit in einer vielfältigen politischen Gemeinschaft zu ermöglichen.
Vielfalt zu gestalten bedeutet zunächst einmal, anzuerkennen, dass Vielfalt eine Tatsache in unserer Gesellschaft ist. Wir leben zusammen mit Menschen, die ganz unterschiedliche Lebensentwürfe, Werte oder Weltanschauungen haben, die eine andere Religion haben als wir selbst oder bei denen ganz andere sozioökonomische Faktoren ihre Biografie geprägt haben als bei uns. In den sozialen Medien ist es möglich oder aufgrund der Algorithmen sogar wahrscheinlich, dass wir mehr und mehr auf gleichgesinnte Menschen treffen. Aber das ist nicht, wie es in Wirklichkeit ist, wenn wir durch unsere Stadt oder unser Dorf spazieren. Man kann Menschen ihre Meinungen und Weltanschauungen nicht immer ansehen, manche Vielfalt ist versteckt. Manch andere Unterschiede sind sehr offensichtlich. Damit unter solchen Voraussetzungen ein friedliches und konstruktives Miteinander möglich ist, braucht es Respekt und gelebte Solidarität, den Abbau von Marginalisierung und Diskriminierung gegenüber vulnerablen oder bislang von Ausgrenzung betroffenen Gruppen und ein Empowerment ebendieser Gruppen.
Extremismus – schließlich – umfasst alle Einstellungen und die damit einhergehenden Formen von Ausgrenzung, Abwertung und Gewaltbereitschaft gegenüber marginalisierten Gruppen sowie demokratischen Akteuren und Institutionen. Extremismus vorzubeugen beinhaltet einerseits die Stärkung der von extremistischer Gewalt betroffenen Personen oder Gruppen, die Aufklärung und Beratung unterschiedlicher Akteure (Schulen, Verbände, Institutionen), die Bekämpfung von Hass im Netz, aber auch sozialpädagogische Angebote für junge Leute, die vielleicht kurz davor sind, in extremistische Kreise abzurutschen.
Letztlich ist das übergeordnete Ziel, dass wir alle eine eigene Antwort finden oder vielleicht wiederfinden auf die Fragen „Warum ist Demokratie wertvoll?“ und „Warum ist Vielfalt wertvoll?“. Und das ist kein einfaches Unterfangen in einer Zeit, in der immer häufiger – implizit oder bisweilen auch ganz prominent – die Frage gestellt wird: „Ist Demokratie überhaupt (noch) wertvoll?“ und „Wäre es nicht besser, wenn wir in einer homogeneren Gesellschaft leben würden?“.
Antragstellung
Wenn Sie ein Projekt fördern lassen möchten, ist die Koordinierungs- und Fachstelle Ihr erster Ansprechpartner. Sie berät Sie, unterstützt bei der Ausarbeitung des Antrages und ggf. der Projektplanung. Die Antragstellung bei der Partnerschaft erfolgt online vermittels des Tools „Pengueen“. Die Koordinations- und Fachstelle richtet Ihr Projektkonto ein. Falls die Antragstellung über das Online-Portal eine Hürde für Sie darstellt, ist auch ein Termin bei Ihnen vor Ort möglich, bei dem wir den Projektantrag gemeinsam ausfüllen.