Startschuss für grenzüberschreitendes Interreg-Projekt »OdraClimateGuard«
Die Landkreise Vorpommern-Greifswald, Uckermark und Gryfino (Polen) haben am 8. Juli 2025 mit der feierlichen Unterzeichnung in Mescherin (Brandenburg) den offiziellen Start des Interreg-Projekts „OdraClimateGuard – Gemeinsam gegen Klimawandel und neue Tierseuchen im Oder-Raum“ gegeben.
Zusammen wollen die Landkreise die bestehende Oderpartnerschaft zur Gefahrenabwehr ausbauen, um eine schnelle grenzüberschreitende Hilfeleistung im Bedarfsfall zu ermöglichen. Geplant ist auch der Aufbau eines gemeinsamen Einsatzverbundes.
„Mit dem Projekt ‚OdraClimateGuard‘ greifen wir eine Herausforderung auf, die aktueller nicht sein könnte: Unsere Lebensräume verändern sich – und damit ergeben sich auch neue Herausforderungen im Hinblick auf Natur und Biologie“, so Landrat Michael Sack während der Auftaktveranstaltung. „Mit der feierlichen Unterzeichnung des Fördervertrages schlagen die Projektpartner ein neues Kapitel in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf, von der unsere Einsatzkräfte sowie die Bürgerinnen und Bürger profitieren werden.“
In dem gemeinsamen Projekt wollen die Partner verschiedene Kompetenzen einbringen, gemeinsam nutzen und ein Management zur Tierseuchenbekämpfung aufbauen. Das Projekt steht dabei für einen neuen Ansatz der Zusammenarbeit: Jeder Partner bringt sich in bestimmten Bereichen ein. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit der Führung und Koordination grenzüberschreitender Einsätze, Gryfino mit der Umweltanalytik und Erkundung, die Uckermark im Bereich Schutz, Dekontamination und Umgang mit Gefahrstoffen.
Ein zentrales Anliegen im Rahmen des Projekts ist es, praxistaugliche und einsatzbereite Strukturen für den Ernstfall zu etablieren. Ebenso wird technische Ausrüstung im Wert von über 600.000 Euro angeschafft, die eine grenzüberschreitende Koordination der Einsätze ermöglicht. Zur Stärkung des praktischen Austauschs sollen gemeinsame Übungen in den drei Landkreisen stattfinden.
Das Projekt enthält drei Arbeitspakete, die in den nächsten Jahren gemeinsam umgesetzt werden sollen.
- Um im Schadensfall schnellere Reaktionen zur Information der Behörden, zur Warnung der Bevölkerung und zur Entsendung von Hilfskräften zu ermöglichen, wird eine gemeinsame Hilfeleistungsvereinbarung abgeschlossen. Die Alarm- und Einsatzkonzepte der Landkreise werden grenzüberschreitend abgestimmt und fortgeschrieben.
- Es wird ein grenzüberschreitendes, sich ergänzendes Fähigkeitsmanagement zur Tierseuchenbekämpfung aufgebaut. Durch die abgestimmte Spezialisierung der Partner auf jeweils eine Teilaufgabe werden Doppelungen vermieden, Ressourcen grenzüberschreitend eingesetzt und die Zusammenarbeit im gesamten Einsatzraum befördert. Für den gemeinsamen Einsatzverbund spezialisiert sich jeder Partner auf eine Teilaufgabe: Der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist für die gemeinsame Führung der deutschen und polnischen Einsatzkräfte verantwortlich. Der Landkreis Gryfino übernimmt die Erkundung und Umweltanalytik. Der Landkreis Uckermark stellt die Fähigkeiten bereit zur Rettung aus Gefahrenbereichen, zum Begrenzen der Ausbreitung von Gefahrstoffen sowie zur Dekontamination.
- Die deutschen und polnischen Einsatzkräfte werden gezielt auf den grenzüberschreitenden Einsatz vorbereitet, um die Zusammenarbeit im Umgang mit der Ausrüstung in gemeinsamen zweisprachigen Trainings zu festigen. Hierzu werden Alarmierungs-, Kommunikations- und Stabsrahmenübungen mit Führungskräften sowie praktische Vollübungen mit allen Einsatzkräften durchgeführt.
Das Projekt läuft bis zum Ende des Jahres 2028 und hat ein finanzielles Volumen von insgesamt knapp 1,8 Mio. Euro. 80 %, bzw. rund 1,43 Mio. Euro werden aus EFRE-Mitteln gefördert, die restlichen Mittel, also knapp 360.000 Euro werden als Eigenanteile durch die Partner bereitgestellt.
Die Interreg-Förderung ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Regionen und Ländern in Europa. Ziel ist es, gemeinsame Herausforderungen in Grenzregionen zu bewältigen und den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt zu stärken. Förderschwerpunkte sind hier unter anderem die Bereiche Innovation und Forschung, Bildung oder die Förderung von Radwegen, Tourismus und Kultur.