Start für »Grenzüberschreitende Vorschulerziehung«: Kita-Kinder lernen Nachbarsprache
In Police startete am gestrigen Donnerstag (28.03.2025) das Projekt „Grenzüberschreitende Vorschulerziehung – Lernen der Sprache des Nachbarn durch Sport, Spiel und Ökologie“.
Die Gemeinde Police als Leadpartner und die AWO Sozialdienste gGmbH haben jetzt den Vertrag für das Interreg-Projekt unterschrieben. Der Landkreis als Initiator des Projektes begleitet dieses als Fachaufsicht über die Kitas. „Es ist seit langem ein Wunsch des Landkreises, die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Bereich Kita zu intensivieren“, betont Dezernentin Karina Kaiser. „Daher freut es uns, dass dieses Projekt nun in die Tat umgesetzt wird und Kindern die Möglichkeit bietet, die Sprache ihrer Nachbarn zu erlernen.“
Das gemeinsame Angebot für Deutsch- und Polnisch-Unterricht in acht Kindergärten in Police, Tanowo,Trzebiez, Löcknitz, Pasewalk, Eggesin, Penkun und Rollwitz richtet sich an 300 Mädchen und Jungen zwischen vier und fünf Jahren, die an pädagogischen Aktivitäten in polnischen und deutschen Kindergärten teilnehmen. Am Ende des Projektes sollen die Kinder um die 200 Wörter und Redewendungen beherrschen. Die Mädchen und Jungen werden sich 36 Monate lang für mindestens eine Stunde Sprachunterricht pro Woche online treffen und sich dabei die Sprache aneignen und ihren Wortschatz in direkten Interaktionen mit Gleichaltrigen entwickeln, indem sie spielen und Zeit miteinander verbringen. Das Projekt soll zudem die Kompetenzen der Erzieherinnen und Erzieher stärken und die direkte Zusammenarbeit zwischen den Erzieherinnen und Erziehern erleichtern.
Ein wichtiger Bestandteil des Angebots sind Vorschulgruppentreffen. Das Projekt sieht zwölf Begegnungen der Projektteilnehmer an für die Euroregion Pomerania wichtigen Orten vor: im grenzüberschreitenden Umweltbildungszentrum in Zalesie, im Tierpark Ueckermünde, im Schifffahrtsmuseum und im Technischen Museum in Szczecin. Während der Treffen werden die Lehrkräfte die polnischen und deutschen Kindergruppen zusammenbringen und sie zum gemeinsamen spielerischen Sprachenlernen anregen.
Ziel ist es, eine messbare Steigerung der Sprachkompetenz und ein interkulturelles Verständnis bei den teilnehmenden Kindern zu erreichen. Konkret bedeutet dies, dass die Kinder in der Lage sein sollen, ganz einfache, zum Alter passende Konversation in der Sprache des Nachbarlandes zu führen und kulturelle Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zu erkennen und zu respektieren. Darüber hinaus wird angestrebt, dass das Projekt zu einer erhöhten Akzeptanz und Wertschätzung der kulturellen Vielfalt in den Gemeinschaften der Grenzregionen beiträgt und so langfristig den sozialen Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis zwischen den Ländern stärkt.
Eine gemeinsame Herausforderung der Projektpartner besteht außerdem darin, den Rahmen für ein gemeinsames Bildungsangebot so zu entwickeln, dass es auf andere Einrichtungen übertragbar ist und zu einem Standard für den Deutsch- und Polnisch-Unterricht in Grenzeinrichtungen werden kann. Zudem soll das Interesse der Eltern an der Nachbarsprache gefördert werden.
Das Gesamtbudget des Projektes beläuft sich auf rund 925.000 Euro, davon werden 80 Prozent durch das Interreg-6a-Programm finanziert.