Siebter Fachtag Kultur im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Die Beteiligung von Jugendlichen bildete das Kernthema des heutigen (23.04.2026) Fachtages Kultur im Kulturzentrum in Jarmen.
In vielfältigen Programmpunkten diskutierten die Teilnehmenden, wie Brücken zwischen Jugend- und Erwachsenenwelt geschaffen, wie Jugendliche am besten erreicht oder noch mehr einbezogen werden können. Der Tag stand dabei ganz im Zeichen der kulturellen Jugendbeteiligung und dem Austausch zwischen den Generationen.
„Die Stimme der Jugend ist eine wichtige Perspektive für die Zukunft unserer Region, weil junge Menschen neue Ideen, Bedürfnisse und Sichtweisen einbringen. Besonders in der kulturellen Arbeit können sie ihre Themen, Werte und Kreativität ausdrücken und das kulturelle Leben aktiv mitgestalten“, betont Landrat Michael Sack. „Kulturelle Arbeit stärkt dabei nicht nur die Beteiligung von Jugendlichen, sondern auch die Identität und Zukunftsfähigkeit einer Region.“
Der Fachtag war zeitgleich die Auftaktveranstaltung für das Projekt Aller.Land. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald setzt in diesem Vorhaben auf partizipative Kulturarbeit, um Kinder und Jugendliche als aktive Gestalter ihrer Region zu stärken. Das Projekt konzentriert sich auf den mittleren und nördlichen Teil des Landkreises Vorpommern-Greifswald und entwickelt auf den Erfahrungen des erfolgreichen TRAFO2-Projekts innovative Formate weiter. Ziele sind die Schaffung kultureller Selbstgestaltungsräume, die Vermittlung von Kompetenzen selbstorganisierter Kulturarbeit und die Stärkung demokratischer Teilhabe. Gleichzeitig soll der Austausch zwischen Generationen gefördert werden, um gegenseitiges Verständnis zu stärken und die Attraktivität der Region zu steigern. Ein Netzwerk aus Schulen, Jugendorganisationen, Künstlerinnen und Künstlern, kommunalen Akteuren und Bildungseinrichtungen gewährleistet eine breite Verankerung des Projekts. Die jährlich ausgelobten Jugendkulturorte, die Residenzen und Netzwerktreffen sowie der Fachtag Kultur schaffen nachhaltige Strukturen und fördern die kulturelle Teilhabe sowie die soziale und demokratische Entwicklung der Region.
Einen weiteren wichtigen Programmpunkt stellte die Verleihung des vierten Kulturpreises des Landkreises Vorpommern-Greifswald durch Landrat Michael Sack dar. Preisträger sind in diesem Jahr das Jugendorganisationsteam FUSO (Film und so) unter Trägerschaft des Nave Randow e.V. in der Kategorie Verein sowie Christian Holm für sein langjähriges engagiertes und ehrenamtliches Engagement. Beide Preisträger stehen beispielhaft für die gute Zusammenarbeit von Kunst- und Kulturschaffenden mit Kindern und Jugendlichen.
Der Nave Randow e.V. gründete sich 2017 im Nachgang eines Dorf-Theaterprojekts, um den dort mitwirkenden Kindern und Jugendlichen die Umsetzung eines Filmprojekts zu ermöglichen. Der Verein verbindet Kompetenzen aus dem Bereich Pädagogik, Natur- und Umweltbildung, Naturschutz sowie Kultur- und Medienarbeit. Im Zuge des FUSO-Projektes erlernen die Kinder- und Jugendlichen das Handwerk des filmischen Arbeitens. Echte Partizipation spielt eine zentrale Rolle in den Projekten. Die Jugendlichen werden unter anderem in der Antragsstellung für Fördergelder, der Bewerbung der Projekte sowie bei der Erstellung des Drehbuchs und der Filmischen Umsetzung (Regie, Kamera, Sprechtexte etc.) aktiv miteinbezogen.
Der in Hamburg geborene Christian Holm ist Schauspieler und Theaterpädagoge, freiberuflicher Spielleiter und Autor und seit 2020 fest an der Montessorischule Greifswald angestellt. Er ist bekannt für seine landesweit bekannten Theaterprojekte mit Jugendlichen („Looking for Parzival“, „R.A.U.S. – Ein Roadrip!“ oder „Räuber von Schiller!“), bei der die kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Vordergrund steht. Außerdem hat er 2017 den „U20 Poetry Slam“ im St. Spiritus ins Leben gerufen, der mit einem wöchentlichen Schreibworkshop einhergeht. Christian Holm führt diese Veranstaltungen ehrenamtlich und mit großer Leidenschaft durch. 2024 entstand anlässlich des Jubiläums von Caspar David Friedrich das Stück „Der Wald in meinem Kopf (oder Friedrich for future!)“.