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22.05.2026

OrgWaste2Fuel: Rückblick auf den Studienbesuch bei »Naturenergie Schulze« in Dolgelin (Lindendorf)

Am Montag, dem 18. Mai 2026, trafen sich die Partner und Gäste des Projekts OrgWaste2Fuel am Sitz des assoziierten Partners „Naturenergie Schulze“ in Dolgelin (Lindendorf).

OrgWaste2Fuel: Rückblick auf den Studienbesuch bei »Naturenergie Schulze« in Dolgelin (Lindendorf)
OrgWaste2Fuel: Rückblick auf den Studienbesuch bei »Naturenergie Schulze« in Dolgelin (Lindendorf)

Das Treffen begann in der Dorfkirche (Alte Poststraße), wo Martin Schulze nach der Begrüßung seinen Betrieb sowie den wirtschaftlichen und technischen Ansatz für den Betrieb der Biogasanlage vorstellte.

Geschichte und Profil des Betriebs:
Der Betrieb nahm im April 1991 auf einer Fläche von ca. 100 ha den Betrieb auf; derzeit werden ca. 340 ha bewirtschaftet. Zu den angebauten Kulturen gehören u. a. Roggen, Gerste, Weizen, Raps, Hafer, Mais und Leindotter. Im Jahr 1992 erfolgte die Umstellung auf konservierende Bodenbearbeitung. Der Preisverfall bei Roggen nach der EU-Erweiterung (nach 2004 lagen die Preise bei 70–80 €/t) veranlasste den Eigentümer, nach alternativen Absatzwegen zu suchen. Im Jahr 2000 wurde der Bau einer Biogasanlage beschlossen, die im Juni 2003 ans Netz ging. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche technische und biologische Probleme gelöst, doch seit dem 1. Januar 2024 erschweren die geltenden Vorschriften (die Verpflichtung zum Energieverkauf durch einen Direktverkäufer) den rationellen Betrieb der Anlage. Trotz dieser Herausforderungen sieht der Eigentümer die Biogasenergie weiterhin als vielversprechende Entwicklungsrichtung für den Betrieb an.

Nach der Präsentation und dem Mittagessen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, den Betrieb und die Biogasanlage live zu besichtigen, darunter:

  • einen mit Methan betriebenen Traktor (Anschaffung im Jahr 2021),
  • Hybridtraktor (Diesel + Erdgas),
  • Gastankstelle (Inbetriebnahme 2022),
  • Gasaufbereitungsanlage.

Während der praktischen Vorführung fanden lebhafte Diskussionen über die Wirtschaftlichkeit, die Technik und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Betriebs einer Biogasanlage statt. Herr Schulze ermutigte die Betreiber von Biogasanlagen, ihre Kosten selbst zu kalkulieren und nicht auf externe Vorgaben zu warten – eigenverantwortliches Handeln sei entscheidend für die Aufrechterhaltung der Rentabilität.

Der Besuch in Lindendorf lieferte wertvolle praktische und fachliche Erkenntnisse und bot eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Diskussion über die Rolle von Biogas in der Landwirtschaft. Trotz der derzeitigen rechtlichen und marktbezogenen Hindernisse bekräftigten die Teilnehmer, dass lokale, integrierte Energielösungen – wie die Nutzung von Biogas für landwirtschaftliche Maschinen und die lokale Infrastruktur – ein wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe bleiben.

Wir danken den Gastgebern für ihre Gastfreundschaft und ihre Offenheit für den Austausch.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes INT0400111 „OrgWaste2Fuel - Biomethan als Kraftstoff aus Reststoffen durch Nutzung grenzüberschreitender Innovationspotenziale“ organisiert, das im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen 2021 - 2027 durchgeführt wird.

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