Radverkehrskonzept im Landkreis Vorpommern-Greifswald geht in die Umsetzung
Nachdem im Juli 2026 die Erarbeitung des ersten Radverkehrskonzeptes auf Kreisebene abgeschlossen werden konnte, hat sich der Kreistag hiermit auf seiner Sitzung in Pasewalk am 28.09.2026 befasst. Damit ist der Startschuss zur praktischen Umsetzung gegeben.
„Mit der Befassung im Kreistag geht ein langer und breit angelegter Erarbeitungs- und Beteiligungsprozess zu Ende. Es freut mich sehr, dass der Kreistag das erste kreisweite Radverkehrskonzept mit breiter Mehrheit angenommen hat“, so Landrat Michael Sack. „Damit schaffen wir eine langfristige Grundlage, um den Radverkehr in unserem Landkreis sicherer und attraktiver zu machen.“
Der Landrat wird mit dem Beschluss beauftragt, den beteiligten Baulastträgern das Konzept zur Kenntnis zu geben und die dargelegten Maßnahmenempfehlungen in Orientierung an das ermittelte Kosten-Nutzen-Verhältnis und bei Vorhandensein der entsprechenden finanziellen Mittel umzusetzen. Weiterhin hat er die Aufgabe die Kreistagsmitglieder zukünftig über den Umsetzungsstand der Maßnahmenempfehlungen zu informieren.
Das Konzept umfasst ein rund 1.482 km langes Zielnetz für den Alltagsradverkehr, welches den gesamten Landkreis erschließt. Dazu gehören sowohl Radwege und andere eigenständige Wege für den Radverkehr als auch Straßen, die gemeinsam mit dem Autoverkehr genutzt werden. Ergänzt wird das Netz durch touristische Radfern- und Radrundwege. Insgesamt wurden etwa 1.757 km Straßen und Wege geprüft. Vorgesehen sind unter anderem neue und breitere Radwege, die Sanierung unzureichender Oberflächen sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Insgesamt wurden 947 Abschnitte für Streckenmaßnahmen identifiziert, die zu 377 Maßnahmenbündeln zusammengefasst werden können. Hinzu kommen 227 Empfehlungen für punktuelle Maßnahmen, wie z. B. das Beseitigen von Schlaglöchern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind hierbei Empfehlungen und stellen keine Vorgaben dar. Die geschätzten baulastträgerübergreifenden Gesamtkosten für die Umsetzung liegen bei rund 262 Millionen Euro, wobei auf den Landkreis selbst etwa 82 Millionen Euro entfallen.
Das Konzept ist ein „living paper“, dass bei Bedarf aktualisiert werden kann und der Beantragung von Fördermitteln dient. Die Bevölkerung, Gemeinden und weitere Beteiligte wurden bei der Erarbeitung aktiv durch Onlineumfragen, Informationsveranstaltungen oder Beteiligungsrunden eingebunden und konnten so ihre Wünsche und Hinweise in den Planungsprozess einbringen.
Weiterführende Informationen unter: https://kreis-vg.ratsinfomanagement.net/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTUcvtBLJnXyy6HKQPja-us