Landkreis zieht Bilanz der Waldbrandsaison 2026
Mit insgesamt 118 Wald- und Vegetationsbränden ist die Waldbrandsaison 2026 im Landkreis Vorpommern-Greifswald zu Ende gegangen.
Die Auswertung des Einsatzgeschehens, die Weiterentwicklung des Waldbrandschutzes sowie geplante Präventionsmaßnahmen standen im Mittelpunkt der 30. Beratung der Arbeitsgruppe Waldbrandschutz des Landkreises. Die Mitglieder kamen am Dienstag, 27. Oktober 2026, bei der Freiwilligen Feuerwehr Bellin zusammen.
Nach Angaben der Brandschutzdienststelle wurden in diesem Jahr 28 Waldbrände, 78 Brände auf Gras-, Heide- und Moorflächen sowie zwölf Brände auf landwirtschaftlich genutzten Flächen registriert. Größere Schadenslagen blieben aus. Die Brände konnten jeweils auf ein überschaubares Ausmaß begrenzt werden.
Ein Schwerpunkt der Beratung war die Weiterentwicklung der Einsatzstrukturen. Im Rahmen des Waldbrandschutzkonzeptes hat der Landkreis einen speziellen Alarmstufenplan eingeführt. Dieser soll sicherstellen, dass bei Waldbränden frühzeitig die erforderlichen Einsatzkräfte und geeignete Technik alarmiert werden. Darüber hinaus wurden zwei Taktische Einheiten Waldbrand aufgestellt, die die Feuerwehren insbesondere bei der Löschwasserversorgung unterstützen. Zu ihren Aufgaben gehören die Wasserförderung, der Wassertransport und die Einrichtung von Wasserübergabepunkten. Auch die beiden Erweiterten Löschzüge des Landkreises wurden mit zusätzlicher Technik ausgestattet. Dazu zählen Einsatzquads sowie Zugfahrzeuge und Anhänger. Sie ermöglichen es den Einsatzkräften, auch schwer zugängliche Wald- und Heideflächen zu erreichen, Erkundungen vorzunehmen und die benötigte Technik an die Einsatzstellen zu bringen.
Erfahrungen aus dem Müritz-Nationalpark fließen in die weitere Planung ein
Neben den Bränden im eigenen Kreisgebiet waren die Einsatzkräfte aus Vorpommern-Greifswald in diesem Jahr mehrfach bei größeren Waldbränden im Nachbarlandkreis Mecklenburgische Seenplatte gefordert. Besonders umfangreich war die Unterstützung beim Waldbrand im Müritz-Nationalpark im Juli. Mehr als 100 Einsatzkräfte aus Vorpommern-Greifswald waren an der Bewältigung der Lage beteiligt. Allein die beiden Erweiterten Löschzüge unterstützten vom 14. bis 18. Juli die Brandbekämpfung. Insgesamt kamen im Wechsel 17 Einsatzfahrzeuge zum Einsatz. Hinzu kamen unter anderem 14 Pumpen und 460 B-Druckschläuche mit einer Gesamtlänge von rund 9,2 Kilometern. Zu den wesentlichen Aufgaben gehörten der Aufbau und Betrieb einer Riegelstellung, die Wasserförderung sowie die Einrichtung und Unterhaltung von Wasserübergabepunkten. Auch die Taktischen Einheiten des Landkreises unterstützten die Löschwasserversorgung.
Neben den Feuerwehren waren der Betreuungszug des DRK Uecker-Randow, die Brandschutzdienststelle und die Feuerwehrtechnischen Zentralen des Landkreises eingebunden. Während der Betreuungszug die Versorgung der Einsatzkräfte und betroffener Menschen unterstützte, stellten die Feuerwehrtechnischen Zentralen die benötigte Technik bereit. Die Brandschutzdienststelle koordinierte unter anderem die Ablösung der Einsatzkräfte und die Schichtwechsel. Die Erfahrungen aus diesen Einsätzen wurden auch im Rahmen der Arbeitsgruppe aufgegriffen. Dabei ging es insbesondere darum, bestehende Abläufe und die technische Ausstattung auf den Prüfstand zu stellen. Der Landkreis beschäftigt sich in diesem Zusammenhang auch mit der Frage, welche zusätzliche Technik künftig sinnvoll sein könnte, um die Einsatzkräfte bei größeren Wald- und Vegetationsbränden noch besser zu unterstützen. Mögliche Beschaffungen befinden sich derzeit in der fachlichen Diskussion.
Waldbrandprävention in der Ueckermünder Heide bleibt Schwerpunkt
Neben der Einsatzbewältigung beschäftigte sich die Arbeitsgruppe mit dem vorbeugenden Waldbrandschutz. Im Mittelpunkt stand dabei die Ueckermünder Heide, deren ausgedehnte Wald- und Heideflächen besondere Anforderungen an die Gefahrenabwehr stellen. Die Teilnehmenden werteten bereits umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung der Wegeinfrastruktur, zur Waldentwicklung und zur Löschwasserversorgung aus. Darüber hinaus wurden weitere Vorhaben zur Waldbrandprävention beraten.
Die regelmäßige Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe ist ein wichtiger Bestandteil des Waldbrandschutzes im Landkreis. Hier werden Erfahrungen aus Einsätzen und Übungen zusammengeführt, Maßnahmen abgestimmt und weitere Handlungsbedarfe ermittelt. Die Ergebnisse der Beratung sowie die Erkenntnisse aus der Waldbrandsaison 2026 bilden die Grundlage für die weitere Arbeit. Ziel bleibt es, die Feuerwehren und die überörtlichen Einheiten auf künftige Einsatzlagen vorzubereiten und die Voraussetzungen für eine wirksame Waldbrandbekämpfung kontinuierlich zu verbessern.