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05.11.2026

Bevölkerungsschutz: Landkreis und Kommunen bereiten sich gemeinsam auf mögliche Krisensituationen vor

Bürgermeisterkonferenz in Wolgast: Stromausfall als Fallbeispiel für kommunale Krisenvorsorge und Sensibilisierung der Bevölkerung

Bürgermeisterkonferenz in Wolgast
Bürgermeisterkonferenz in Wolgast

Wie bleiben Städte und Gemeinden handlungsfähig, wenn über längere Zeit der Strom ausfällt? Was passiert, wenn gleichzeitig Mobilfunk und Internet nicht mehr funktionieren und wichtige Versorgungsleistungen eingeschränkt sind? Diese und weitere Fragen waren Thema auf einer Bürgermeisterkonferenz des Landkreises Vorpommern-Greifswald am Mittwoch (04.11.2026) in Wolgast.

Im Mittelpunkt eines Vortrags zum Bevölkerungsschutz standen die Vorbereitung auf außergewöhnliche Ereignisse, die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Ämtern und Gemeinden sowie die Bedeutung der persönlichen Krisenvorsorge.

Anhand eines fiktiven, länger andauernden Stromausfalls wurde aufgezeigt, welche Auswirkungen eine solche Situation auf den Alltag der Menschen haben kann. Neben dem Ausfall gewohnter Kommunikationsmöglichkeiten können unter anderem die Trinkwasser- und Abwasserversorgung sowie die Betreuung pflegebedürftiger Menschen betroffen sein.

„Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst, wenn eine Krise eintritt. Entscheidend ist, dass die Verantwortlichen vorbereitet sind und im Ernstfall gemeinsam handeln können. Gleichzeitig müssen die Menschen wissen, wie sie selbst vorsorgen und sich in einer außergewöhnlichen Situation richtig verhalten können. Deshalb ist es wichtig, Kommunen und Bevölkerung gleichermaßen für dieses Thema zu sensibilisieren“, betont Landrat Michael Sack.

Zusammenarbeit und klare Zuständigkeiten

Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Zusammenarbeit der verschiedenen Verwaltungsebenen. Während die Gemeinden und Ämter die örtlichen Gegebenheiten kennen und entsprechende Vorbereitungen treffen, übernimmt der Landkreis insbesondere überörtliche Koordinierungs- und Unterstützungsaufgaben.

Dazu gehören die fachliche Beratung, die Vernetzung der beteiligten Stellen und die Unterstützung bei der Vorbereitung kommunaler Krisenstrukturen. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Einrichtungen, die für die Versorgung der Bevölkerung von besonderer Bedeutung sind, wurde thematisiert. In einem Planspiel setzten sich die Teilnehmenden mit einem vollständigen Ausfall von Strom, Mobilfunk und Internet auseinander. Dabei standen mögliche Entscheidungen, notwendige Abstimmungen und die Organisation der Hilfe vor Ort im Mittelpunkt.

Katastrophenschutz-Leuchttürme als Anlaufstellen

Bürgermeisterkonferenz in Wolgast Landrat Michael Sack
Bürgermeisterkonferenz in Wolgast Landrat Michael Sack

Ein weiterer Bestandteil des Vortrags waren die Katastrophenschutz-Leuchttürme im Landkreis. Sie sind als notstromversorgte Anlaufstellen vorgesehen, an denen Bürgerinnen und Bürger bei größeren Schadenslagen oder Katastrophen Informationen erhalten und bei einem Ausfall regulärer Kommunikationsmittel Notrufe absetzen können.

Wie solche Anlaufstellen funktionieren, konnten Interessierte bereits beim kreisweiten Warntag im April dieses Jahres in Murchin erfahren. Dort wurde ein Katastrophenschutz-Leuchtturm probeweise eingerichtet und vorgestellt. Auch in Greifswald informierten Einsatzkräfte über Warnsysteme, Selbstvorsorge und das richtige Verhalten im Ernstfall. An diese Informationsarbeit knüpfte die Bürgermeisterkonferenz an. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Abstimmung zur personellen Besetzung der Leuchttürme, die Sicherstellung ihrer grundlegenden Funktionen und die Bekanntmachung der Standorte.

Eigenvorsorge und Nachbarschaftshilfe stärken

Neben den organisatorischen Vorbereitungen der Kommunen spielt auch die Eigenvorsorge der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Wer sich frühzeitig mit möglichen Notlagen beschäftigt, kann im Ernstfall besser reagieren und dazu beitragen, die Einsatz- und Hilfskräfte zu entlasten. Der Landkreis empfiehlt deshalb, sich mit der persönlichen Notfallvorsorge auseinanderzusetzen. Dazu gehören beispielsweise Vorräte an Trinkwasser und haltbaren Lebensmitteln, notwendige Medikamente und Überlegungen, wie Angehörige oder Nachbarn bei einem Ausfall der Kommunikationsmöglichkeiten unterstützt werden können.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Menschen, die im Alltag auf Hilfe angewiesen sind. Funktionierende Nachbarschaften und örtliche Unterstützungsnetzwerke können gerade bei länger andauernden Einschränkungen von großer Bedeutung sein.

Die Bürgermeisterkonferenz machte deutlich, dass eine gute Vorbereitung auf Krisensituationen das Zusammenwirken aller Beteiligten erfordert. Der Landkreis setzt deshalb weiterhin auf die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen und die frühzeitige Information der Bevölkerung.

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