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Haffküste
© Achim Froitzheim / LK V-G 

Trockenheit und mangelnde Weidehygiene begünstigen Ausbreitung des gefährlichen Jakobskreuzkrautes

Kreis warnt Tierhalter – Gift im Honig ebenfalls möglich

Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea)

© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Auf den ersten Blick mutet die Pflanze mit den gelben Blüten, die auf so mancher Wiese und an Straßenrändern der Region steht, recht hübsch an, dabei ist das Jakobskreuzkraut im wahrsten Sinne des Wortes "kreuzgefährlich". Deshalb warnt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald aktuell ausdrücklich vor der Ausbreitung des giftigen Jakobskreuzkrautes.

»Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) ist ein äußerst giftiges zweijähriges Gewächs. Direkte Vergiftungen durch sich ansammelnde Alkaloide im Organismus von Weidetieren, insbesondere bei Pferden und Rindern, sind bekannt«, sagte Amtstierarzt Dr. Holger Vogel. Bedingt von anhaltender Trockenheit und die dadurch entstehende Knappheit an Futterpflanzen, so der Leiter des Kreisveterinäramtes, bestehe zunehmend die Gefahr des Verzehrs des Krautes durch die Weidetiere.

»In dieser Situation müssen die Halter von Rindern und Pferden ebenso dringend wie diszipliniert Weidehygiene betreiben«, betonte Vogel. Die Pflanze enthält Bitterstoffe und wird von den Tieren deshalb normalerweise nicht gefressen. Tückisch hingegen ist Heu von Wiesen, auf denen Jakobskreuzkraut wächst: Im Heu versteckt, fallen die Bitterstoffe weg, das Gift bleibt jedoch auch in der getrockneten Pflanze wirksam. Auch mit solchem Heu gefütterte Tiere können Vergiftungserscheinungen zeigen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, dass sich das Gift des Jakobskreuzkrautes in Form von Pyrrolizidin-Alkaloiden im Sommerhonig der Bienen anreichern kann. Dies wiederum birgt Risiken für den menschlichen Verzehr. Hier gilt es also durch Entfernen der Pflanzen Ungemach von Imkern und Verbrauchern gleichermaßen fernzuhalten.

„»Wir sehen die Gefahr einer Ausbreitung der Pflanze als konkretes Risiko und appellieren daher an alle Grundstückseigentümer und Behörden, aktive Maßnahmen der Pflanzenhygiene zu ergreifen. Praktische Schritte bestehen darin, das Aussamen zu verhindern, Einzelpflanzen auszustechen oder besser noch auszugraben sowie große Flächen mit Vorkommen regelmäßig zu mähen«, betonte Holger Vogel.

Wesentliche Standorte wurden beispielsweise in Greifswald auf einer Weide im Ostseeviertel, an Straßenrändern der Koitenhägener Landstraße und an anderen Stellen im Landkreis festgestellt.