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Landkreis Vorpommern-Greifswald

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Programmziele

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat drei übergeordnete Ziele:

Demokratie fördern – Vielfalt gestalten – Extremismus vorbeugen

Demokratie zu fördern heißt, demokratische Kultur zu fördern und die Bedeutung demokratischer Werte wieder erlebbar zu machen. Menschen, die sich für ein offenes, respektvolles und friedliches Zusammenleben einsetzen, müssen gestärkt werden und brauchen Unterstützung – bisweilen lediglich auch finanzielle Unterstützung zur Umsetzung eines Projekts, das beispielsweise den sozialen Zusammenhalt in ihrem Dorf fördert. Die Teilhabe an Entscheidungsprozessen erfordert einerseits Kompetenzen, die am besten in jungen Jahren erlernt werden. Kompetenzen wie Konflikt- bzw. Dialogfähigkeit, Toleranz oder schlicht die Fähigkeit, andere Meinungen respektieren oder zumindest aushalten zu können, ohne gleich die Person hinter dieser Meinung abzulehnen oder verbal anzugreifen. Andererseits gilt es, viele logistische Hürden für eine gleichberechtigte Teilhabe an politischen Prozessen abzubauen – gerade im ländlichen Raum. Demokratie zu fördern heißt also auch, den Zugang zu Partizipationsmöglichkeiten und das Erleben der eigenen Selbstwirksamkeit in einer vielfältigen politischen Gemeinschaft zu ermöglichen.

Vielfalt zu gestalten bedeutet zunächst einmal, anzuerkennen, dass Vielfalt eine Tatsache in unserer Gesellschaft ist. Wir leben zusammen mit Menschen, die ganz unterschiedliche Lebensentwürfe, Werte oder Weltanschauungen haben, die eine andere Religion haben als wir selbst oder bei denen ganz andere sozioökonomische Faktoren ihre Biografie geprägt haben als bei uns. In den sozialen Medien ist es möglich oder aufgrund der Algorithmen sogar wahrscheinlich, dass wir mehr und mehr auf gleichgesinnte Menschen treffen. Aber das ist nicht, wie es in Wirklichkeit ist, wenn wir durch unsere Stadt oder unser Dorf spazieren. Man kann Menschen ihre Meinungen und Weltanschauungen nicht immer ansehen, manche Vielfalt ist versteckt. Manch andere Unterschiede sind sehr offensichtlich. Damit unter solchen Voraussetzungen ein friedliches und konstruktives Miteinander möglich ist, braucht es Respekt und gelebte Solidarität, den Abbau von Marginalisierung und Diskriminierung gegenüber vulnerablen oder bislang von Ausgrenzung betroffenen Gruppen und ein Empowerment ebendieser Gruppen.

Extremismus – schließlich – umfasst alle Einstellungen und die damit einhergehenden Formen von Ausgrenzung, Abwertung und Gewaltbereitschaft gegenüber marginalisierten Gruppen sowie demokratischen Akteuren und Institutionen. Extremismus vorzubeugen beinhaltet einerseits die Stärkung der von extremistischer Gewalt betroffenen Personen oder Gruppen, die Aufklärung und Beratung unterschiedlicher Akteure (Schulen, Verbände, Institutionen), die Bekämpfung von Hass im Netz, aber auch sozialpädagogische Angebote für junge Leute, die vielleicht kurz davor sind, in extremistische Kreise abzurutschen.

Letztlich ist das übergeordnete Ziel, dass wir alle eine eigene Antwort finden oder vielleicht wiederfinden auf die Fragen „Warum ist Demokratie wertvoll?“ und „Warum ist Vielfalt wertvoll?“. Und das ist kein einfaches Unterfangen in einer Zeit, in der immer häufiger – implizit oder bisweilen auch ganz prominent – die Frage gestellt wird: „Ist Demokratie überhaupt (noch) wertvoll?“ und „Wäre es nicht besser, wenn wir in einer homogeneren Gesellschaft leben würden?“.