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Landkreis Vorpommern-Greifswald

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Trockenrasen – Seltene Lebensräume, INT 162

Logo Interreg M-V/Brandenburg/Polska
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Das Projekt INT 162 zielt darauf ab, Trockenrasen im deutsch-polnischen Grenzraum zu erhalten und zu fördern. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit und der Austausch in Sachen Naturschutz im Grenzgebiet verbessert werden.

Trockenrasen sind trockene, krautreiche Pflanzengesellschaften, die überwiegend auf mageren, sandigen Standorten vorkommen und sich oftmals durch Blütenreichtum und Farbenpracht auszeichnen. Sie bieten einer Reihe an seltenen und gefährdeten Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum.

Projektpartner:

  • Federacja Zielonych GAJA (Grüne Förderation GAJA), Stettin (Leadpartner), LPV Uckermark-Schorfheide e.V. (Projektpartner Brandenburg)

Projektbudget:

  • ca. 1 Mio. € bei einer Förderquote von 85 %

Zeitraum:

  • Juli 2019 – Juni 2022

Ansprechpartner:

  • Johannes Fröhlich (Ellbogenstr. 2, Anklam, Zimmer 15a, Telefon: +49 3834 8760-3222)

TROCKENRASEN – SELTENE LEBENSRÄUME

Im Landkreis Vorpommern-Greisfwald sind diese artenreichen Trockenrasenbiotope (Sandmagerrasen, basiphile Halbtrockenrasen und Steppentrockenrasen) hauptsächlich auf Lehm oder lehmhaltigen Sanden im Bereich von Endmoränenzügen oder Talhängen zu finden und haben sich häufig durch jahrhundertelange Beweidung oder auf Extremstandorten wie zum Beispiel in aufgelassenen Kiesgruben, steilen Hängen oder mageren Sandflächen entwickelt. 

Die dort vorkommenden Pflanzenarten sind speziell an die nährstoffarmen und trocken-heißen Bedingungen angepasst. Sie sind oftmals sehr selten oder stark gefährdet, wie zum Beispiel Gewöhnliches Zittergras (Briza media), Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora), Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Großes Schillergras (Koeleria pyramidata), Steppen-Sesel (Seseli annuum) und Schopf-Kreuzblümchen (Polygala comosa).

Außerdem findet man dort Arten, die hauptsächlich in den osteuropäischen beziehungsweise westsibirischen Steppengebieten beheimatet sind und in Mecklenburg-Vorpommern die absolute Westgrenze ihres Verbreitungsgebietes erreichen, wie zum Beispiel Sibirische Glockenblume (Campanula sibirica) und Federgras (Stipa borysthenica).

Neben den Pflanzen bieten diese Biotope einer Fülle an seltenen und gefährdeten Tierarten einen Lebensraum. Vor allem ist die Bedeutsamkeit für Tagfalter- und Widderchenarten als Nahrungs- und Fortpflanzungshabitat hervorzuheben.

Heutzutage findet man nur noch wenige dieser Trockenrasen – sie sind durch Nutzungsaufgabe, Intensivierung der Landwirtschaft oder Stickstoffeinträge aus der Luft bedroht. So werden die oftmals kleinen, lichtliebenden Pflanzen schnell von konkurrenzstarken, schnellwüchsigen Gräsern und Sträuchern überwuchert und verdrängt. Das inselhafte Vorkommen dieser Lebensräume in einer strukturarmen Agrarlandschaft erschwert zusätzlich das Überleben der ansässigen Arten und deren weitere Ausbreitung.

PROJEKTINHALTE UND OUTPUTS

Zusammen mit dem Leadpartner Federacja Zielonych GAJA in Stettin und dem Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide e.V. sollen ausgewählte Trockenrasenstandorte im deutsch-polnischen Grenzgebiet durch Pflegemaßnahmen wie Entbuschung, Mahd oder Beweidung wiederhergestellt und gepflegt werden. Kernstück ist dabei der deutsch-polnische Grenzstreifen, der sich als "grünes Band" zwischen den beiden Ländern erstreckt und als Wanderkorridor für Tiere und Pflanzen dienen kann. Zur Erleichterung der Beweidung sollen an manchen Flächen feste, wolfssichere Zäune aufgestellt werden.

Um die Effektivität der Maßnahmen kontrollieren zu können soll der Ist-Zustand der Biotope im Vorfeld erfasst und bestimmte Artengruppen kartiert werden.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollen für das Projekt Informationsbroschüren erstellt und für ausgewählte Zielgebiete Informationstafeln aufgestellt werden. Außerdem ist der fachliche Austausch zwischen Beteiligten und Interessierten durch gemeinsame Exkursionen geplant.

Darüber hinaus ist die Erstellung eines Managementkonzeptes zur besseren Pflege der Trockenrasen im Grenzgebiet vorgesehen, in das die Ergebnisse und Erfahrungen des Projektes miteinfließen sollen.

AUSBLICK

Mit diesem Projekt soll der Lebensraum Trockenrasen stärker in die breite Öffentlichkeit gerückt und das Bewusstsein über dessen Schutzbedürftigkeit im Grenzgebiet gestärkt werden. Gerade zu Zeiten des globalen Artenschwundes und des Insektensterbens in Deutschland ist es wichtig, auf die Problematik hinzuweisen und dieser mit gezielten Maßnahmen etwas entgegen zu setzen. So können Trockenrasen als Refugien der Biodiversität mit ihrer Lebensfülle und Schönheit die Menschen auch in Zukunft bereichern und nicht zuletzt den Naturtourismus in der Region stärken.

Mehr Informationen und auch Bilder finden Sie auf der bilingualen Seite des Projektes:

http://gajanet.pl/projekty/ochrona-muraw-kserotermicznych-w-polsko-niemieckim-obszarze-przygranicznym/

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union aus Mitteln des Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

30.01.2020