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Immissionsschutz

Was sind Emissionen und Immissionen?

Emissionen bzw. Immissionen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) sind von einer Anlage ausgehende bzw. auf die Umwelt (Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre sowie Kultur- und Sachgüter) einwirkende

  • Luftverunreinigungen
    (Rauch, Ruß, (Fein-)Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe und Gerüche)
  • Geräusche (Lärm)
  • Erschütterungen
  • Licht (Raumaufhellungs-, Spiegel- und Blendeffekte)
  • Wärme
  • elektromagnetische Strahlung und ähnliche Erscheinungen.

Was sind die Aufgaben der Immissionsschutzbehörde?

Die Verantwortlichkeit der Unteren Immissionsschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald liegt bei der Überprüfung der anlagenbezogenen Immissionen von nichtgenehmigungsbedürftigen Anlagen.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • Kleine und mittlere Feuerungsanlagen
  • Freizeit- und Sportanlagen (außer Schießplätze und Motorsportanlagen)
  • Baustellen
  • Technische Einrichtungen von Gaststätten
  • Tankstellen
  • Gewerbliche Anlagen von Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben
  • Industrieanlagen
  • Verschiedenste Geräte und Maschinen
  • Mobilfunkanlagen, Trafostationen u.ä.
  • Landwirtschaftliche Anlagen
    (z.B. Güllebehälter, Tierhaltungs- und Biogasanlagen)

Die Untere Immissionsschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald nimmt dazu folgende Aufgaben wahr:

  • Immissionsschutzrelevante Stellungnahmen und Beratungen zu Bauvorhaben
  • Kooperation mit Gutachtern und Sachverständigen
  • Bearbeitung immissionsschutzrechtlicher Probleme und Beschwerden
  • Ahndung und Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten
  • Orientierende Schallpegelmessungen am Emissions- bzw. Immissionsort

Im Bereich genehmigungsbedürftiger Anlagen obliegt die immissionsschutzrechtliche Verantwortung den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (Stralsund) bzw. Mecklenburgische Seenplatte (Neubrandenburg).

Die Genehmigungsbedürftigkeit einer Anlage ist abhängig von ihrer Eignung im besonderen Maße schädliche Umwelteinwirkungen hervorzurufen und somit in der Regel von ihrer Größe bzw. Leistung. Dies wird durch die Vierte Verordnung zur Durchführung des BImSchG (4.BImSchV) geregelt.

Welche Immissionswerte sind erlaubt?

Die Immissionsrichtwerte für Luftverunreinigungen und Geräusche, die direkt durch eine Anlage selbst verursacht werden, sind in der Ersten bzw. Sechsten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum BImSchG (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) bzw. zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm)) festgesetzt.

Außerhalb von Gebäuden gelten folgende Richtwerte für Geräuschimmissionen:

  tagsüber nachts
Industriegebiet: 70 dB (A) 70 dB (A)
Gewerbegebiet: 65 dB (A) 50 dB (A)
Misch- und Dorfgebiet: 60 dB (A) 45 db (A)
allgemeines Wohngebiet: 55 dB (A) 40 dB (A)
reines Wohngebiet 50 dB (A) 35 dB (A)
Kurgebiet, Krankenhäuser und Pflegeanstalten 45 dB (A) 35 dB (A)

Weitere zulässige Immissionswerte

Weitere zulässige Immissionswerte zu einzelnen Anlagen sind in speziell hierfür erlassenen nachfolgenden Verordnungen bzw. Richtlinien geregelt.

  • Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)
  • Verordnung zur Auswurfbegrenzung von Holzstaub (7. BImSchV)
  • Verkehrslärmschutz-Verordnung (16. BImSchV)
  • Sportanlagenlärmschutz-Verordnung (18. BImSchV)
  • Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen beim Umfüllen oder Lagern von Ottokraftstoffen, Kraftstoffgemischen oder Rohbenzin (20. BImSchV)
  • Verordnung zur Begrenzung der Kohlenwasserstoffemissionen bei der Betankung von Kraftfahrzeugen (21. BImSchV)
  • Verordnung über elektromagnetische Felder (26. BImSchV)
  • Geräte- und Maschinenlärmschutz-Verordnung (32. BImSchV)
  • Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft)
  • Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm)
  • Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm
  • Freizeitlärm-Richtlinie
  • Geruchsimmissions-Richtlinie
  • LAI-Richtlinie "Hinweise zur Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen"
  • LAI-Richtlinie "Hinweise zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen"
  • LAI-Richtlinie "Hinweise zur Messung, Beurteilung und Verminderung von Erschütterungsimmissionen"