Kreistag verabschiedet Haushaltssatzung 2026-2027: Landkreis steht vor großen finanziellen Herausforderungen
Der Kreistag hat auf seiner Sitzung am 15.12.2025 in Pasewalk die Haushaltssatzung für die Jahre 2026 und 2027 verabschiedet.
Der entsprechenden Vorlage der Kreisverwaltung wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Ebenso hat der Kreistag dem seitens der Kreisverwaltung erarbeiteten Haushaltssicherungskonzept einstimmig zugestimmt.
Gemäß Vorlage plant der Landkreis im Finanzhaushalt in 2026 mit einem Defizit von rund 93 Millionen Euro. Dazu kommt die planmäßige Tilgung von 8,3 Millionen Euro, sodass ein negativer Saldo von rund 101 Millionen Euro besteht. In 2027 steigt dieses Defizit inklusive planmäßiger Tilgung auf rund 130 Millionen Euro an.
Finanzdezernent Dietger Wille: „Die Haushaltslage des Kreises ist prekär. Weiterhin belasten uns insbesondere steigende Ausgaben in pflichtigen Aufgabenfeldern im Jugend- und Sozialbereich massiv. Diese muss der Landkreis tragen – Spielräume bestehen kaum noch. Erhebliche Kostensteigerungen gibt es etwa im Eingliederungshaushalt und der Jugendhilfe. Es geht uns damit wie so vielen anderen Kommunen auch: Die Kassen sind leer, freiwillige Leistungen kaum noch möglich.“
Gründe für die angespannte finanzielle Situation liegen insbesondere in steigenden Ausgaben in für den Landkreis pflichtigen Aufgaben. Hier ist der Landkreis auf Grundlage eines Gesetzes oder eines Vertrages zu den Ausgaben verpflichtet. Erhebliche Kostensteigerungen gibt es etwa in den Bereichen Grundsicherung, Hilfe zur Pflege und der Jugendhilfe, welche insbesondere aus steigenden Personal- und Sachkosten der Leistungserbringer aufgrund der Tarifsteigerungen resultieren.
Ebenfalls verabschiedete der Kreistag ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) für die Jahre 2026-2027. Dieses dient als Handlungsleitfaden und beinhaltet eine Ursachenanalyse für die gegenwärtige Finanzsituation. Darüber hinaus enthält es Konsolidierungsmaßnahmen. Aufgrund der Dynamik der steigenden Defizite in der mittelfristigen Finanzplanung wird eine Konsolidierung aus eigener Kraft für den Landkreis nicht möglich sein. „Nur wenn Land und Bund die Rahmenbedingungen so ändern, dass die Ausgaben, zu denen der Kreis verpflichtet ist, begrenzt und reduziert werden, kann eine geordnete Haushaltswirtschaft wieder in greifbare Nähe rücken“, so Dietger Wille abschließend.