Grenzüberschreitende Bildungszusammenarbeit im Fokus: Landrat Michael Sack bei Fachkonferenz in Stettin
Die grenzüberschreitende Bildungszusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern stand im Mittelpunkt der Fachkonferenz am 26. Februar 2026 im Westpommerschen Wojewodschaftsamt in Stettin.
Zu den Gästen gehörte auch Landrat Michael Sack, Präsident der deutschen Seite der Euroregion Pomerania.
An der Konferenz nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland und Polen teil – darunter Mitarbeitende aus Verwaltungen und Bildungsinstitutionen sowie Lehrerinnen und Lehrer beider Länder.
Ein wichtiger Programmpunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung zur Bildungszusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern und dem Westpommerschen Bildungskurator. Für die deutsche Seite unterzeichnete der Staatssekretär im Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern Tom Michael Scheidung, für die polnische Seite der Westpommersche Bildungskurator Paweł Palczyński.
Ziel der Vereinbarung ist es, die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Bildungseinrichtungen und Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern weiter auszubauen. Die Realisierung erfolgt durch gemeinsame Projekte, die Förderung von Sprachkompetenzen und die Stärkung europäischer Werte.
In seinem Grußwort betonte Landrat Michael Sack die besondere Situation der Grenzregion: „Bildung ist hier keine theoretische Frage, sondern gelebter Alltag. Familien leben auf beiden Seiten der Grenze, Eltern arbeiten grenzüberschreitend und Kinder wachsen häufig in einem zweisprachigen Umfeld auf. Hier wird Offenheit, interkulturelle Kompetenz und Vielfalt nicht nur vermittelt, sondern täglich praktiziert.“
Ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit ist unter anderem das Gymnasium Löcknitz – Europaschule, das seit rund 30 Jahren deutsch-polnisches gemeinsames Lernen ermöglicht. Ebenfalls können zahlreiche Schul- und Kitapartnerschaften, etwa auf der Insel Usedom, in denen Mehrsprachigkeit von Anfang an selbstverständlich erlebt wird, hervorgehoben werden.
Gleichzeitig wird das Potenzial der Grenzregion im Bildungsbereich noch nicht vollständig ausgeschöpft. Der Erwerb der Nachbarsprache hängt häufig noch vom Engagement einzelner Schulen oder Projekte ab. Ziel muss es daher sein, die Bildungszusammenarbeit langfristig strukturell zu verankern und weitere stabile Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen auf beiden Seiten der Grenze zu schaffen.
Neben den politischen Beiträgen bot die Konferenz auch Raum für Fachvorträge und den Austausch von Erfahrungen zu Themen wie der Beschulung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, interkultureller Bildung sowie der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationserfahrung.