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Haffküste
© Henry Beiermann / LK V-G 

Schwalben haben es in Vorpommern schwer - nützliche Insektenjäger sind streng geschützt

Entfernen der Nester streng verboten – Untere Naturschutzbehörde gibt Tipps

Schwalben

© Birgit Lieske / PIXELIO

Der drastische Bestandsrückgang bei Singvögeln ist längst kein Geheimnis mehr. Dennoch gibt es offenbar immer noch Zeitgenossen, die derzeit Schwalbennester an Häusern vorsätzlich zerstören, weil sie Verschmutzungen vermeiden wollen.

»Uns ist in den vergangenen Tagen wieder vermehrt angezeigt worden, dass Bürger Schwalbennester von Gebäuden entfernen. Hier handelt es sich mitnichten um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um einen Straftatbestand, der mit einer Geldstrafe im fünfstelligen Bereich geahndet werden kann«, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim.

Alle Schwalbenarten stünden hierzulande unter Schutz. Das Stören oder Vertreiben der Vögel sei daher ebenso verboten wie das Entfernen der Nester.

»Demjenigen, der sich hier mit Stock oder Besen betätigt, ist sicher nicht klar, dass er sich mit seinem Tun im Bereich einer Straftat befindet. Nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes steht allein schon das Entfernen der Nester, auch der noch im Bau befindlichen, unter Strafe«, erklärte Froitzheim. Dies gelte erst recht, wenn es sich um Nester mit Gelegen und Jungvögeln handele.

Teilweise witterungsbedingt mit deutlicher Verspätung nach Mecklenburg-Vorpommern zurückgekehrt, haben es die Schwalben ohnehin schon schwer genug: Es mangelt in unserer versiegelten Landschaft an Lehmpfützen, an denen die Vögel Material für den Nestbau gewinnen können. Regional fehlen auch Insekten in ausreichender Zahl, um die Brut ernähren zu können. Zusätzlich gibt es immer weniger Gebäude, die sich zum Nestbau eignen.

Die geselligen Singvögel starten Ende April in die Brutsaison, nachdem sie den Winter im südlichen Afrika verbracht haben. Die hierzulande bekanntesten Arten Rauch- und Mehlschwalbe sowie der Mauersegler sind Kulturfolger des Menschen und brüten in oder an Gebäuden. Schwalben sind Insektenjäger und jedes Brutpaar verfüttert pro Sommer etwa ein Kilogramm Mücken, Fliegen und Blattläuse - die Nahrung der Elternvögel noch nicht eingerechnet!

Traditionell gelten Schwalben in vielen Kulturen als Glücksbringer. Wer Schwalben unterstützen möchte, kann Lehmpfützen anlegen oder Nisthilfen wie beispielsweise Kunstnester für die Vögel zur Verfügung stellen. Ein Kotbrett, das leicht geneigt etwa 30 bis 50 cm unterhalb der Nester angebracht wird, verhindert Verschmutzungen der Fassade.

Informationen zu Schwalben und anderen Tieren an und in Gebäuden erhalten Sie bei der unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung sowie bei den Naturschutzverbänden.