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Haffküste
© Henry Beiermann / LK V-G 

Projektgruppe zur Schwarzwildbejagung begrüßt Aufwandsentschädigung für Jäger ausdrücklich

Die Arbeitsgruppe Schwarzwildbejagung im Landkreis Vorpommern-Greifswald begrüßt die von der Obersten Jagdbehörde zur Verfügung gestellte Aufwandsentschädigung ausdrücklich. Um ihren Einsatzwillen angesichts der Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) anzuspornen, hatte Minister Backhaus im Dezember ein Sofortprogramm auf den Weg gebracht: Jeder Jäger erhält eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro für jedes erlegte Wildschwein. Bei revierübergreifenden Gesellschaftsjagden soll der gleiche Betrag für jeden dort eingesetzten Jagdhund gezahlt werden. Ab 11. Januar 2018 entfallen zudem die Standgebühren und Jagdbetriebskostenbeiträge auf Gesellschaftsjagden bei den Forst- und Nationalparkämtern.

Wildschweinrotte

© Rolf Handke / PIXELIO

Die AG Schwarzwildbejagung sowie das gleichnamige Modellprojekt hatten sich in den vergangenen Jahren auf Initiative der Kreisverwaltung zusammengefunden. Die Gruppe setzt sich aus Jägern, Landwirten, Wildbiologen sowie Mitarbeitern des StALU und des Landkreises zusammen. Gemeinsam prüfen sie alternative effiziente Möglichkeiten der Jagd auf Praxistauglichkeit. Langfristiges Ziel ist die dauerhafte Reduzierung des Schwarzwildes. Die Wildschweine sind nämlich Gewinner unserer veränderten Kulturlandschaft. Ihre Bestände haben in fast beängstigendem Maße zugenommen. Das verschafft den Jägern im Nordosten Deutschlands mehr Jagdgelegenheit als ihnen manchmal lieb ist. Sie sollen und wollen die angewachsenen Bestände reduzieren.

Wildschäden, vor allem im Mais und auf dem Grünland, fordern das ebenso wie die von Osteuropa heranrückende Afrikanische Schweinepest, die vor allem den Hausschweinzüchtern Angst macht.
Schwarzwild gilt zu Recht als intelligenteste Wildart in Feld und Flur. Die lernfähigen Tiere tricksen die Weidmänner häufig aus. Auch jetzt bei den großen winterlichen Drückjagden wissen sie sich häufig geschickt der anrückenden Jägerschar mit ihren Hunden zu entziehen. Fast alle Jäger entwickeln große Passion bei der Jagd auf die urigen Schwarzkittel. Doch der Zeitaufwand ist groß, um weidgerecht zu jagen und erfolgreich zu sein. Da fast alle Grünröcke das Weidwerk in ihrer Freizeit ausüben, kommen sie dabei an die Grenzen des Machbaren.

Deshalb kommt die Aufwandsentschädigung aus Schwerin buchstäblich wie gerufen. Dies bringt zwar keine Reichtümer für den einzelnen Weidmann, aber immerhin Anreiz und öffentliche Anerkennung für den verstärkten jägerischen Einsatz. Das auch vor dem Hintergrund, dass die Wildbretpreise für Sauen ins Bodenlose gefallen sind. Der Wildhandel zahlt teilweise nur noch 20 Cent pro Kilo. Es sollen sogar schon komplette Strecken zum Abdecker gefahren worden sein, da sich kein Abnehmer fand. So gerät die Jagd zur Schädlingsbekämpfung. Das tut nicht nur den Jägern weh.