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Haffküste
© Henry Beiermann / LK V-G 

Projekt zur Förderung der Nachbarsprachen Deutsch und Polnisch nimmt Fahrt auf

Ausgelassen toben deutsche und polnische Kinder gemeinsam und verständigen sich mal mit Worten und mal mit Gesten, jedenfalls lernen sie einander so kennen. 300 Kinder aus Polen und Deutschland hatten kürzlich in Stettin die Gelegenheit, bei der ersten Kinder- und Jugendbegegnung im Rahmen des Projektes »Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss – der Schlüssel für die Kommunikation in der Euroregion Pomerania« die Sprache des jeweils anderen zu erleben.


Gespanntes Schauen beim Bühnenprogramm

Das Projekt, das über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Interreg V A) gefördert wird, zielt auf den frühen und durchgängigen Erwerb der Nachbarsprache in Kita und Schule auf beiden Seiten der Grenze. Neben Kinder- und Jugendbegegnungen, Bildungsforen und Bildungsmarketingaktivitäten steht auf deutscher Seite die Einführung und Umsetzung von Polnisch-Angeboten in Kitas und Grundschulen im Vordergrund.

Insgesamt nehmen 15 Kindertageseinrichtungen und zehn Grundschulen teil. Neben dem Landkreis Vorpommern-Greifswald sind die Stadt Stettin, der Landkreis Uckermark, die Universität Greifswald und die RAA MV e.V. Projektpartner.

Gleich zu Anfang der Kinder- und Jugendbegegnung hatten die polnischen Gastgeber ein buntes Bühnenprogramm vorbereitet, bei dem die Schüler der dortigen Grundschule ein Märchen aufführten, und auch eine Ballettgruppe trat auf. Im Anschluss wurden alle Kinder selbst aktiv.

Toben in der Turnhalle

Ob beim Toben in der Turnhalle, auf der Hüpfburg oder in einem der zahlreichen Klassenräume – hier konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen, beispielsweise beim Malen, herbstlichen Basteln und beim Schnitzen von Figuren aus Seife. Dabei kamen sie miteinander aktiv in Kontakt. Auch Kinderschminken und kleine Experimente, die von allen bestaunt wurden, gab es zu sehen. Nach so vielen Aktivitäten konnten sich die Kinder beim gemeinsamen typisch polnischen Mittagessen stärken. Mit der Übergabe von kleinen Gastgeschenken ging dieser erlebnisreiche Tag zu Ende.

Nur zwei Tage später kamen Lehrer und Erzieher aus beiden Ländern in Stettin zum ersten Bildungsforum zusammen. Dabei tauschten sie sich mit Experten aus Wissenschaft und Verwaltung über die Erfahrungen und Anforderungen beim Erlernen der Nachbarsprache von der Kita bis zum Schulabschluss aus.

Beim gemeinsamen Mittagessen

Spielerische Ansätze zum Kontakt mit einer Fremdsprache in der Kita wurden genauso diskutiert wie die sogenannte Immersions-Methode, bei der eine muttersprachliche Erzieherin ausschließlich in der eigenen Sprache mit den Kindern spricht. Mit dieser Methode lernen Kinder eine Fremdsprache auf völlig natürliche Art, so wie sie auch Ihre Muttersprache erlernen.

Martin Müller-Butz, Projektmanager des Landkreises Vorpommern-Greifswald zieht eine positive Bilanz aus den ersten deutsch-polnischen Projektveranstaltungen: »Wir freuen uns sehr über die sehr gute Resonanz. Es haben sich viel mehr deutsche Kinder aus den teilnehmenden Kitas und Grundschulen für die Kinder- und Jugendbegegnung angemeldet, als wir erwartet hatten. Wir werden daher zeitnah eine zweite Begegnung anbieten.«