Hilfsnavigation

Haffküste
© Achim Froitzheim / LK V-G 

Positive Bewertung für das Projekt Nachbarspracherwerb: Weitere Förderung geplant

Das Sprachprojekt "Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss" dank dem junge Menschen, die in der Euroregion Pomerania wohnen, einander und die Sprache des Nachbarlandes besser kennenlernen können, setzt der Landkreis Vorpommern-Greifswald gemeinsam mit polnischen und deutschen Partnern seit September 2017 um. Erneut wurde es für die Förderung im Interreg V A-Programm positiv bewertet. Damit haben die Projektpartner die Chance, auch für die Jahre 2020 bis 2022 die notwendigen finanziellen Mittel zur Fortsetzung des Projekts zu erhalten.


»Wir freuen uns sehr und sind dankbar über die grundsätzliche Bereitschaft, dieses für unsere Region sehr wichtige Projekt weiter zu unterstützen«, sagte Michael Sack, Kreistagspräsident des Landkreises Vorpommern-Greifswald während eines Pressegesprächs im Kindergarten "Frohe 18" in Stettin. An diesem Tag zeigten die Kinder der "Frohen 18", wie erfolgreich das frühe Erlernen einer weiteren Sprache ist.

Erst seit einem Jahr üben sie in der Kita Deutsch und zeigten den verblüfften Zuhörern, wie sie bereits auf Deutsch singen und sich unterhalten können. »Diese Kinder sind der beste Beleg dafür, wie sinnvoll der Ansatz unseres gemeinsamen Projektes ist, möglichst früh mit dem Erlernen der Nachbarsprache zu beginnen«, so Krzysztof Soska, der stellvertretende Präsident der Stadt Stettin.

Von dem Projekt profitieren vor allem Kinder und Jugendliche aus den teilnehmenden Kitas und Schulen, aber auch Eltern und Lehrkräfte. Insgesamt sind 3165 Schüler, 53 Bildungseinrichtungen (24 Einrichtungen in Szczecin und 29 auf der deutschen Seite) sowie 321 Lehrer an dem Vorhaben beteiligt. Für dessen Umsetzung wird ein Team einberufen, das aus polnischen und deutschen Experten besteht.

Im Rahmen der Tätigkeit dieses Teams wird ein gemeinsames, innovatives Konzept für die Durchgängigkeit des Unterrichts in der Sprache des Nachbarn erarbeitet. Dabei sollen die Eigenarten der Bildungssysteme der Nachbarländer berücksichtigt und zugleich die Übertragbarkeit auf vergleichbare Grenzregionen gewährleistet werden.

Bisher fanden im Rahmen der Projektumsetzung, außer dem zusätzlichen Deutsch-Unterricht in den Bildungseinrichtungen auf polnischer Seite vorsieht, unter anderem das erste Deutsch-Polnische Bildungsforum sowie zwei Kinder- und Jugendbegegnungen statt. Zusätzlich wurden in den Bildungseinrichtungen in Deutschland neue Angebote für den Polnisch-Unterricht in Kindergärten und Grundschulen eingeführt und Pädagogen geschult.

Das Projektvorhaben sieht die Überwindung der sprachlichen, mentalen und kulturellen Barriere unter den jungen Einwohnern der Euroregion Pomerania vor. Dadurch wird die weitere Ausweitung des zweisprachigen Bildungssystems auf jeder Bildungsebene – vom Kindergarten, über Grundschule, Sekundarstufe 1, bis zur Sekundarstufe 2 – möglich.

Das Erlernen der Sprache des Nachbarn genießt Priorität in Szczecin, und dessen Popularisierung wird auch von deutschen Projektpartnern angestrebt, die seit Juni 2017 mit dem Projekt starteten. Das Hauptziel des deutsch-polnischen Projekts ist die Entwicklung der nachbarsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen durch die Schaffung eines bisher fehlenden systematisierten Konzeptes für die Durchgängigkeit der Nachbarsprache vom Kindergarten bis zum Schulabschluss.