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Haffküste
© Henry Beiermann / LK V-G 

Interessenbündnis: Kleine Grundschulen auf dem Lande stellen sich gemeinsam den Herausforderungen

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat jetzt das »Interessenbündnis Kleine Grundschulen auf dem Lande« auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die neun Grundschulen dieser Art zukunftsfähig zu gestalten. Dabei handelt es sich um Grundschulen in Ahlbeck, Leopoldshagen, Mewegen, Görmin, Tutow, Lassan, Kröslin, Krien und Jatznick.


»Schule ist ein wichtiger Entwicklungsfaktor für einen Ort. Schule bedeutet Familienfreundlichkeit und für unsere Kinder, sich in ihrem Ort heimisch zu fühlen«, so Bildungsdezernent Dietger Wille. »Um ein beständiges Schulnetz zu erhalten und die kleinen Grundschulen zu stärken, ist es wichtig, Lösungen zu finden.« Dabei sei ein Interessenbündnis eine gute Möglichkeit.

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© Anke Radlof / LK V-G

Da die Grundschulen in der ländlichen Region alle vor ähnlichen Herausforderungen stünden, wie beispielsweise die Erhaltung stabiler Schülerzahlen und die Weiterentwicklung zu einem örtlichen Bildungsmittelpunkt, sei es ein logischer Schritt, diesen Weg gemeinsam zu gehen. »Wir wollen das Interessenbündnis dauerhaft gestalten und so möglichst alle kleinen Grundschulen auf dem Lande erhalten«, betont Bildungsdezernent Wille.

Das Amt für Kultur, Bildung und Schulverwaltung hat mit dem ersten Schulentwicklungsplan 2015 bis 2020 für allgemeinbildende Schulen im Landkreis Vorpommern-Greifswald Grundlagen für die zukünftige Bildungslandschaft gelegt. Als ein wichtiges Ergebnis zeigt der Plan Handlungsbedarf im Hinblick auf kleine Grundschulen im ländlichen Raum.

Vor dem Hintergrund teilweise sinkender Grundschülerzahlen sind einerseits politische Entscheidungen und andererseits planerische Lösungen erforderlich, um eine wohnortnahe Schulversorgung auf dem Land zu gewährleisten. Darüber hinaus wird die Vitalität und Wettbewerbsfähigkeit ländlicher Gemeinden durch ein ausgewogenes und stabiles Schulnetz mitbestimmt.

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© Anke Radlof / LK V-G

Um dieses Schulnetz, insbesondere das der kleinen Grundschulen auf dem Lande, zukunftsfest zu gestalten, setzt der Landkreis als Planungsträger auf eine enge Partnerschaft mit den Schulträgern sowie den Staatlichen Schulbehörden. Aus diesem Grund wurden die Schulleitungen in individuellen Einzelgesprächen zu Themen wie Schulprofil, eigene Website, Lehrernachwuchs, Schülerbeförderung, Vernetzung mit anderen Schulen, Inklusion und außerschulischen Bildungsangeboten befragt. Als ein Ergebnis konnten viele Gemeinsamkeiten festgestellt werden und dass die Schulleitungen der Kleinen Grundschulen auf dem Lande ein deutliches Interesse daran haben, sich auszutauschen und voneinander zu profitieren.

Um das Interessenbündnis weiter zu gestalten und zu stärken, wollen die Schulleitungen regelmäßig zusammenkommen. Folgende Themen stehen beim nächsten Treffen auf dem Programm: Regelungen für die Schuleinzugsbereiche, die Zusammenarbeit von Grundschulen untereinander und mit dem Staatlichen Schulamt sowie den Schulträgern, Schulsozialarbeit an Kleinen Grundschulen und mögliche Kooperationen mit der Universität Rostock hinsichtlich der Lehrernachwuchsförderung.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gibt es derzeit 90 Schulen. Seit 1995 wurden bereits 45 Prozent der Standorte geschlossen. Von den 40 Grundschulen, die es heute gibt, arbeiten neun Schulen als sogenannte Kleine Grundschulen auf dem Lande unterhalb der gesetzlichen Mindestschülerzahlen in meist jahrgangsübergreifenden Klassen.