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Haffküste
© Henry Beiermann / LK V-G 

Erwerb der Nachbarsprache von klein auf an als »Schlüssel für das Miteinander in der Grenzregion«

»Der deutsch-polnische Spracherwerb ist uns eine Herzensangelegenheit!« Mit diesen Worten startete Landrätin Dr. Barbara Syrbe offiziell das gemeinsam mit der Stadt Stettin, der Universität Greifswald, der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA MV e.V.) und dem Landkreis Uckermark beantragte INTERREG-V-A-Projekt »Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss – der Schlüssel für die Kommunikation in der Euroregion POMERANIA«.


Das Gesamtvolumen für dieses Projekt beträgt 2,6 Millionen Euro, davon werden 2,2 Millionen Euro über INTERREG-V-A gefördert. Das Vorhaben dauert voraussichtlich drei Jahre. »Wir wollen unter anderem erreichen, dass die Kommunikation im Grenzraum keiner dritten Sprache überlassen wird«, sagte Bildungsdezernent Dietger Wille. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald erhofft sich mit dem Projekt zudem einen besseren Anschluss an die Metropolregion Stettin.

Ziel des Projekts sind der Abbau der Sprachbarrieren in der deutsch-polnischen Grenzregion, die Förderung der sprachlichen sowie interkulturellen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen und die Optimierung der persönlichen Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen in der Grenzregion, insbesondere indem sie die Möglichkeit haben, auf beiden Seiten der Grenzen nicht nur ihre Freizeit zu gestalten, sondern hier zukünftig ihren Arbeitsplatz finden und ihren Lebensmittelpunkt haben.

Arbeitstreffen INTERREG-V-A-Projekt

© Anke Radlof / LK V-G

Insgesamt bekennen sich die Teilnehmer des Arbeitstreffens zu einer Intensivierung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich Bildung: »Wir glauben sehr an dieses Projekt«, betonte Krzysztof Soska, Vizepräsident der Stadt Stettin. »Ein Erfolg wird sein, dass wir über den Erwerb der Nachbarsprache die Möglichkeit haben, uns besser kennenzulernen.« Auch der Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder sieht den Erwerb der Nachbarschaftssprache als »Schlüssel für das Miteinander in der Grenzregion.«

Im Verlauf des grenzüberschreitenden Projektes soll eine innovative und übertragbare Gesamtkonzeption für den durchgängigen Nachbarspracherwerb für die gemeinsame deutsch-polnische Grenzregion entwickelt werden. Ziel ist ein systematischer und durchgängiger aufeinander aufbauender Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss. Hierzu sollen Rahmenpläne und Unterrichtsmaterialien überarbeitet und weiterentwickelt werden. Geplant sind auch ein umfassendes Qualifizierungsprogramm für pädagogische Fachkräfte sowie deutsch-polnische Begegnungen für Kinder und Jugendliche, bei denen sie ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen weiterentwickeln und anwenden können.

Während das Projekt in Stettin schon läuft – hier sind 1900 Schüler beteiligt, und es auch im Landkreis Uckermark in zwei Kitas und einer Grundschule entsprechende Aktivitäten gibt, startet der Landkreis Vorpommern-Greifswald im kommenden Schuljahr in die Umsetzungsphase. »Geplant ist, dass 13 Kitas, sechs Grundschulen und sieben weiterführende Schulen teilnehmen«, so Bildungsdezernent Dietger Wille. Voraussichtlich werden Kindertagesstätten und Schulen in Neuenkirchen, Ducherow, Pasewalk, Löcknitz, Penkun und Heringsdorf dabei sein.

Arbeitstreffen INTERREG-V-A-Projekt

© Anke Radlof / LK V-G

Um den durchgängigen Nachbarsprachenerwerb sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite noch attraktiver und bekannter zu gestalten, ist als ein weiterer Baustein des Projekts eine grenzüberschreitende Bildungsmarketingkampagne geplant. Zudem soll der Austausch zwischen Schülern, pädagogischen Fachpersonal sowie die Elternarbeit gefördert werden.

Klar ist, der systematische Bildungsansatz für den frühen und durchgängigen Nachbarspracherwerb bis zum Schulabschluss ist ein Novum entlang der deutsch-polnischen Grenze. Vorgesehen ist, dass die teilnehmenden Kommunen ihre Projektergebnisse von den teilnehmenden Modellstandorten auf weitere Bildungseinrichtungen als Best-Practice übertragen.