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© Henry Beiermann / LK V-G 

»Land|Retter» gesucht: Smartphone-basierte Alarmierung von Ersthelfern startet im September

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald sucht "Land|Retter". Gefragt sind ehrenamtliche, mobile Ersthelfer, die in einem Notfall über eine kostenlose Smartphone-App von der Integrierte Leitstelle alarmiert werden können.


»Wir möchten medizinisch geschultes Personal, also beispielsweise Krankenpflege- und Rettungsdienstpersonal, Ärzte, Medizinstudenten ansprechen und animieren, sich auf unserer Homepage als "Land|Retter“ zu registrieren", betont Sozialdezernent Dirk Scheer. »Machen Sie mit. Werden Sie "Land|Retter" und verbessern Sie die Überlebenschancen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand in Ihrem Umfeld. Jeder kann Leben retten!«, ergänzt Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald, der das Projekt initiierte. Die Alarmierung der "Land|Retter" im Landkreis Vorpommern-Greifswald startet im September 2017.

"Land|Retter" kann jeder werden, der eine medizinische Vorbildung hat und regelmäßig nach aktuellen Leitlinien in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult wird, beispielsweise: Ärzte, Medizinstudierende im klinischen Abschnitt, Krankenpflegepersonal, Medizinische Fachangestellte, Notfallsanitäter, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter, Sanitäter, Einsatzhelfer, Rettungshelfer und Betriebssanitäter.

Die "Land|Retter" werden durch die Integrierte Leitstelle des Landkreises bei Herz-Kreislauf-Stillstand und bewusstlosen Personen in ihrer näheren Umgebung parallel zum öffentlichen Rettungsdienst alarmiert. Dies bedeutet, der alarmierte Land|Retter kann schneller vor Ort sein und mit Wiederbelebungsmaßnahmen (Herz-Druck-Massage) dem Patienten schon vor Eintreffen des Rettungsdienstes helfen. So kann wertvolle Zeit gewonnen und die Überlebensrate der Patienten verbessert werden.

Und so erfolgt die Alarmierung:

Land|Retter

Sobald sich Ersthelfer über die Hompage www.land-retter.de angemeldet haben und eingewiesen worden sind, können sie die App auf ihrem Smartphone nutzen. Diese App gibt nach einer Alarmierung die Entfernung zum Einsatzort an und erfragt die Bereitschaft des "Land|Retters", diesen Einsatz anzunehmen. Im Falle einer Einsatzübernahme werden genauere Details zum Einsatz und Einsatzort gegeben. Über die App erfolgt nun die Navigation mittels Routenführung zum Einsatzort.

Wie können Interessierte "Land|Retter" werden?

Das geht ganz einfach: Interessierte füllen auf der Homepage www.land-retter.de das Anmeldeformular aus und werden anschließend zu einer Abendschulung eingeladen, um die Funktionsweise der App erläutert zu bekommen und an einem Simulator die Wiederbelebung zu trainieren. Anschließend werden sie für die App freigeschaltet und sind bereit, als "Land|Retter" Leben zu retten.

Ab sofort können sich Interessierte auf unserer Homepage www.land-rettung.de registrieren, um als mobile Ersthelfer dafür zu sorgen, dass im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes schnellstmöglich mit Reanimationsmaßnahmen begonnen wird und mehr Menschen überleben. Wir freuen uns über die Teilnahme jedes einzelnen.

Ziel der Smartphone-basierten Alarmierung mobiler Ersthelfer ist es, die Zeit zwischen dem Eintreten eines Herz-Kreislauf-Stillstandes und dem Beginn von Reanimationsmaßnahmen möglichst kurz zu halten und so das Überleben Betroffener zu steigern. Jährlich kommt es im Landkreis Vorpommern-Greifswald zu etwa 150 bis 200 außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen. Da jeweils die nächstgelegenen "Land|Retter" alarmiert werden, kommen auf den Einzelnen nach Erfahrungen aus anderen Landkreisen nur wenige Alarme pro Jahr zu. Der erforderliche Zeitaufwand, um sich als "Land|Retter" ehrenamtlich zu engagieren, ist somit gering – für den jeweiligen Patienten kann der Einsatz jedoch lebensrettend sein.

Die "Land|Retter" sind eine Säule des Projektes "Land|Rettung", das mit 5,4 Millionen Euro durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert wird. Das Konzept des Projektes beruht insgesamt auf vier Säulen. Neben der Smartphone-basierten Alarmierung von Ersthelfern soll die Wiederbelebungskompetenz und Hilfsmotivation der Bevölkerung durch Wiederbelebungsschulungen für Laien flächendeckend gesteigert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einführung eines Telenotarztsystems im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst, öffentlichem Rettungsdienst und Notaufnahmen stellt die vierte Säule des Projektes dar.

Das Projekt "Land|Rettung" wird durch den Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Vorpommern Greifswald gemeinsam mit mehreren Konsortialpartnern umgesetzt: Die Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald, der Lehrstuhl für ABWL und Gesundheitsmanagement der Universität Greifswald und die zeb.business school Steinbeis Hochschule Berlin haben das Projekt gemeinsam mit dem Landkreis entwickelt und übernehmen die Evaluation aus medizinischer, ökonomischer sowie arbeits- und organisationswissenschaftlicher Sicht.

Bei Fragen zu "Land|Rettern" können sich Interessierte per Email an land-retter@land-rettung.de wenden. Zudem gibt es montags und freitags von 16.00 bis 18.00 Uhr eine Telefonhotline unter 03834 8760-2851.