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© Henry Beiermann / LK V-G 

Ankommen in Vorpommern-Greifswald ...

Mit Stand vom 16. September 2015 befinden sich etwa 1.900 Flüchtlinge und Asylbewerber in Obhut des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass die Anzahl der Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis bis zum Jahresende auf mindestens 3.500 ansteigen wird.

Die zentrale Aufnahmeeinrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit einer Kapazität von 600 Plätzen befindet sich in Nostorf / Horst, im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Zuständige Behörde ist das Landesamt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten (AMF).

Alle Ankommenden müssen unverzüglich mit Unterkunft, Verpflegung, Dingen des persönlichen Bedarfs und notwendiger medizinischer Betreuung versorgt werden. Außerdem müssen schnell und effizient die rechtlich notwendigen Schritte im Asylverfahren eingeleitet werden.

Erstaufnahme im Land

Die ankommenden Flüchtlinge werden erfasst und in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich die zentrale Aufnahmeeinrichtung des AMF für Mecklenburg-Vorpommern:

  • Nostorf / Horst: 600 Plätze

In Stern-Buchholz bei Schwerin wurde eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung mit 389 Plätzen eröffnet. Da auch hier bereits alle Plätze belegt sind, hat der Landkreis dem Land weitere Notunterkünfte für die Erstaufnahme zur Verfügung gestellt.

  • Turnhalle Zahrensdorf: 60 Plätze
  • Schulungsgebäude der BBS Start GmbH in Heidhof und Hagenow: 140 Plätze
    - alle drei Standorte werden von der BBS Start GmbH versorgt.

Asylverfahren

Das Asylverfahren läuft in folgenden Schritten ab:

  • Antrag auf Asyl
  • Anhörung des/der AsylbewerberIn (bei Bedarf mit DolmetscherIn)
  • Prüfung des Einzelfalls durch Mitarbeiter des BAMF (Entscheider)
  • Entscheidung durch das BAMF

Asylbewerber mit anerkanntem Asylrecht oder mit anerkanntem Flüchtlingsschutz erhalten eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu 3 Jahren, die unter bestimmten Voraussetzungen auch in eine unbefristete Niederlassungserlaubnis umgewandelt werden kann.

Verteilung auf die Landkreise und kreisfreien Städte

Die Verteilung der AsylbewerberInnen auf die Landkreise und kreisfreien Städte erfolgt in der Regel nach max. 3 Monaten (aktuell 14 Tage – 1 Monat). Die Unterbringung erfolgt zunächst wieder in Gemeinschaftsunterkünften oder dezentral. Jeder Landkreis hat eine Aufnahmequote.

Aufnahmequote 2015 in Prozent

  • Landkreis LUP 9,96
  • Landkreis VR 17,55
  • Landkreis LRO 16,57
  • Hansestadt Rostock HRO 6,37
  • Landkreis MSE 20,65
  • Landeshauptstadt Schwerin SN 2,87
  • Landkreis NWM 7,29
  • Landkreis VG 18,74

Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis V-G

Asylbewerber oder asylberechtigte Personen bzw. Familien können in Gemeinschaftsunterkünften oder dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Hierbei wird versucht, Familien mit schulpflichtigen Kindern möglichst schnell zu versorgen, damit den Kindern der Schulbesuch ermöglicht wird.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald bestehen Gemeinschaftsunterkünfte in Wolgast, Anklam, Greifswald und Torgelow.

Bislang wurden im Landkreis Vorpommern-Greifswald durch den Landkreis zur dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge in zahlreichen Städten und Gemeinden Wohnungen angemietet und ausgestattet. Hier werden zentrale Orte mit einer guten Infrastruktur und Verkehrsanbindung bevorzugt.

Finanzielle Leistungen und Sachleistungen

Für die Gewährung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ist das Sozialamt / SG Eingliederungshilfe/ Asylbewerberleistungen zuständig.

»Die leistungsberechtigten Personen erhalten Grundleistungen (§ 3 AsylbLG), die einen Barbedarf (Taschengeld bzw. Regelsatz), ggf. auch als Sachleistungen, sowie die Kosten der Unterkunft (Gemeinschaftsunterkunft oder Mietwohnung), Hausrat und Heizkosten beinhalten. Darüber hinaus werden Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt (§ 4 AsylbLG) gewährt, da die Leistungsberechtigten in der Regel von der Gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen sind. Hinzu kommen sonstige Leistungen (§ 6 AsylbLG), z.B. besondere Bedarfe für Schwangere, Behinderte und Pflegebedürftige. Für die ersten 15 Monate des Aufenthaltes werden Grundleistungen nach § 3 AsylbLG gewährt.«

Quelle: Asylbewerberleistungsgesetz